II.
John Heywood.
Nach ſo vielen Sorgen und Aufregungen bedurfte der König eine Stunde der Erheiterung und des Amu⸗ ſements. Da die ſchöne junge Königin es fern von ihm auf der Jagd und in der Natur ſuchte, mußte Heinrich ſich ſchon begnügen, es für ſich allein und auf eine andere Weiſe als die Königin zu ſuchen. Ihn hinderte ſeine Schwerfälligkeit und die Laſt ſeines Fleiſches, außerhalb ſeiner Säle den Freuden des ebens nachzueilen; die Herren und Damen ſeines Hofes ſollten ſie ihm alſo dahin bringen, und die flatternde Göttin der Freude mit gebundenen Flügeln dem Rollſtuhl des Königs gegenüber ſtellen.
Die Gicht hatte ihn heute wieder überwunden, den mächtigen König der Erde, eine ſchwere groteske Maſſe war es, welche da auf dem Lehnſtuhl ſaß.
Aber die Höflinge nannten ihn doch einen ſchönen und bezaubernden Mann, und die Frauen lächelten ihm dennoch entgegen und ſagten ihm mit ihren Seuf⸗ zern und ihren Blicken, daß ſie ihn liebten, daß er für ſie immer noch der ſchöne und verführeriſche Mann ſei, wie vor zwanzig Jahren, als er noch jung, ſchön und ſchlank war. Wie ſie lächelten und ihn anblick⸗ ten! Wie Lady Jane, die ſonſt ſo ſtolze, ſo keuſche Jungfrau, ihn mit ihren glühenden Augen wie mit einem Netze umſtricken will; wie die Herzogin von Richmond, dieſes ſchöne und üppige Weib, bezaubernd lacht zu des Königs lüſternen Scherzen und zweideu⸗ tigen Wortſpielen.
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