Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Man muß dem Volke beweiſen, ſagte Douglas, daß der erhabene Sinn des Königs ſelbſt Derjenigen nicht ſchont, welche von einflußreichen und mächtigen Perſonen beſchützt wird. Das Volk murrt, daß man dies Mal die Gerechtigkeit nicht walten läßt, weil der Erzbiſchof Cranmer Marie Askew beſchützt, und weil die Königin ihre Freundin iſt.

Die Königin iſt niemals die Freundin einer Ver⸗ brecherin! ſagte Heinrich heftig..

Vielleicht hält ſie Marie Askew nicht für eine Ver⸗ brecherin, erwiederte Graf Douglas mit einem leiſen Lächeln. Man weiß ja, daß Königin Katharina eine große Freundin der Reformation iſt, und das Volk, welches nicht wagt, ſie eine Ketzerin zu nennen, das Volk nennt ſiedie Proteſtantin.

Man meint alſo wirklich, daß Katharina es ſei, welche Marie Askew beſchützt und ſie vor dem Schei⸗ terhaufen behütet? fragte der König ſinnend.

Man meint das, Majeſtät!

Aber man ſoll ſehen, daß man ſich geirrt hat, und daß Heinrich der Achte es wohl verdient, der Hüter des Glaubens und der Oberherr ſeiner Kirche genannt zu werden, rief der König mit aufflammendem Zorn. Wann habe ich mich denn ſo langmüthig und ſo ſchwach im Strafen gezeigt, daß man glaubt, ich ſei ge⸗ neigt, zu vergeben und Milde zu üben? Habe ich nicht ſogar Thomas Morus und Cromwell, zwei berühmte und in gewiſſem Betracht edle und hochherzige Männer, das Schaffot beſteigen laſſen, weil ſie es wagten, mei⸗ ner Herrlichkeit zu trotzen, und ſich aufzulehnen gegen die Lehre und Satzung, die zu glauben ich ihnen an⸗ befahl? Habe ich nicht zwei meiner Königinnen, zwei ſchöne junge Weiber, an denen mein Herz noch Wohl⸗