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Diener wiſſen ſehr wohl, daß, wenn die königliche Ge⸗ rechtigkeit zuweilen zögert, die ſchuldigen Verbrecher zu treffen, dies nicht mit Eurem Willen, ſondern durch Eure Diener geſchieht, welche ſich erdreiſten, den Arm der Gerechtigkeit aufzuhalten.
Wann und wo wäre dies geſchehen? fragte Hein⸗ rich und ſein Antlitz glühte vor Zorn und Aufregung. Wer iſt der Verbrecher, den ich nicht geſtraft? Wo lebt in meinem Reiche ein Weſen, welches gegen Gott oder ſeinen König geſündigt hat, und das ich nicht zerſchmettert hätte?
Srite⸗ ſagte Gardiner feierlich, Marie Askew lebt noch!
Sie lebt, um Eurer Weisheit Hohn zu ſprechen, und Eurer heiligen Glaubenslehren zu ſpotten! rief Wriothesly. 1
Sie lebt, weil der Erzbiſchof Cranmer nicht will, daß ſie ſterbe, ſagte Douglas achſelzuckend.
Der König brach in ein kurzes, hartes Gelächter aus. Ach, Cranmer will nicht, daß Marie Askew ſterbe! ſagte er höhniſch. Er will nicht, daß dies Mädchen, welches gegen ihren König und gegen Gott ſo furchtbar gefrevelr hat, geſtraft werde!
Ja, ſie hat furchtbar gefrevelt, und dennoch ſind zwei Jahre vergangen ſeit ihrer Frevelthat, rief Gar⸗ diner. Zwei Jahre, welche ſie damit hingebracht hat, Gott zu verhöhnen und des Königs zu ſpotten.
Ach, ſagte der König, wir hofften immer noch, dieſes junge, verführte Geſchöpf von den Wegen des Irrthums und der Sünde zurückzuführen auf den Pfad der Erkenntniß und der Reue. Wir wünſchten einmal unſerm Volke ein glänzendes Beiſpiel zu geben, wie wir Denen, welche bereuen und ihre Ketzerei ab⸗


