Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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ſen, war er ſelber es geweſen, welcher in dieſem Augen⸗ blick den König anklagte.

Graf Douglas fühlte das. Er las auf dem Antlitz des Königs, daß er ſich eben in einem jener Momente der Zerknirſchung befand, die ihn zuweilen überfielen, wenn ſein Geiſt eine unwillkürliche Einkehr in ſich ſelber hielt.

Man mußte den ſchlummernden Tiger wecken, und ihm eine Beute zeigen, um ihn wieder blutdürſtig zu machen.

Es wäre ſchön, wenn Cranmer nur die chriſtliche Liebe predigte, ſagte er. Dann wäre er nur ein treuer Diener ſeines Herrn und ein Nachfolger ſeines Königs. Aber er giebt der Welt ein verabſcheuenswürdiges Bei⸗ ſpiel eines ungehorſamen und treubrüchigen Dieners; er leugnet die Wahrheit der ſechs Artikel nicht mit Worten, ſondern mit Thaten. Ihr habt befohlen, daß die Prieſter der Kirche unverheirathet ſein ſollen. Nun denn, der Erzbifchof von Canterbury iſt ver⸗ mählt!

Vermählt? rief der König mit zornflammendem Antlitz. Ach, ich werde ihn ſtrafen, dieſen Verbrecher an meinen heiligen Geſetzen! Ein Diener der Kirche, ein Prieſter, deſſen ganzes Leben nichts als ein hei⸗ liges Schauen, ein nie endendes Geſpräch mit Gott ſein ſollte, und deſſen erhabener Beruf es iſt, den fleiſchlichen Gelüſten und irdiſchen Wünſchen zu ent⸗ ſagen! Und er iſt vermählt! Ich werde ihn die ganze Strenge meines königlichen Zornes fühlen laſſen, er ſoll es jetzt an ſich ſelber erfahren, daß die Gerechtig⸗ keit des Königs unerbittlich iſt und jedesmal das Haupt des Schuldigen trifft, er ſei, wer er ſei.

Eure Majeſtät iſt der Inbegriff der Gerechtigkeit und der Weisheit, ſagte Douglas, und Eure treuen