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Thränen aus ſeinen Augen trocknete und ſein Haupt wieder emporrich⸗ tete. Sire, ich komme zu Ihnen, um Gerechtigkeit und Strafe zu for⸗ dern. Sie haben dies Unglück meines Hauſes veranlaßt, und damit haben Sie auch die Verpflichtung, es, ſo viel noch an Ihnen iſt, zu lindern. Ich klage vor Eurer Majeſtät meine Gemahlin, die Prinzeſſin Wilhelmine, der Treuloſigkeit und des Verrathes an, ich klage vor Eurer Majeſtät den Grafen Kalkreuth an, daß er es gewagt hat, mit meiner Gemahlin ein Liebesverhältniß zu unterhalten, wodurch er zum Hoch⸗ verräther an Ihrem eigenen königlichen Hauſe geworden iſt. Ich fordere von Eurer Majeſtät, daß Sie mir die Scheidung von meiner Gemahlin bewilligen und den Verräther ſtrafen, wie es ihm gebührt. Das iſt die Genugthuung, Sire, die ich von Ihnen fordere für das Unglück meines Lebens, welches Sie veranlaßt haben!
Sie wollen mich alſo verantwortlich machen für den Wankelmuth der Weiber und die Treuloſigkeit der Männer? fragte der König mit einem traurigen Lächeln. Sie wollen das thun, weil ich Sie eines Tages kraft meiner Königspflicht veranlaßt habe, Sich zu vermählen. Es iſt wahr, Sie liebten ſie damals nicht, weil Sie ſie nicht kannten. Aber Sie lernten ſie lieben, als Sie ſie kennen gelernt. Das beweiſt alſo, daß ich keine ſchlechte Wahl getroffen. Selbſt ihr jetziger Schmerz iſt eine Rechtfertigung für mich. Denn Sie ſind unglücklich, weil Sie die Frau, die ich Ihnen gegeben, mit aller Kraft Ihres Weſens geliebt haben. Für die Wankelmüthigkeit der Frauen aber können Sie mich nicht verantwortlich machen, und den Freund, der Sie ſo nichtswürdig und auf ſo ehrloſe Weiſe verrathen, den habe ich Ihnen nicht gewählt. Sie fordern jetzt von mir, daß ich Beide beſtrafe? Haben Sie ſich das wohl überlegt, mein Bruder, haben Sie daran gedacht, daß, indem ich dieſe Beiden ſtrafe, ich Ihre Schande und Ihr Unglück der Welt kund thue, daß wir hinausſchreien in die Welt, was bis jetzt nur das Geheim⸗ niß unſeres Hauſes iſt, daß wir die traurige Todtenklage Ihres Glücks zu einem gemeinen Gaſſenhauer erniedrigen, den die Buben auf der Straße mit Hohnlachen ſingen und an dem dieſe ganze elende, nichts⸗ würdige Welt kleiner Menſchenſeelen ſich ergötzen wird. Glauben Sie nur nicht, Heinrich, daß die Menſchen Mitleid haben mit unſern Schmer⸗


