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vin Ihrer Laune, zu einer Märtyrerin Ihrer Grauſamkeit. Sie ent⸗ heiligten durch Ihre Ehe das ganze Inſtitut der Ehe, Sie gaben allen Ihren Unterthanen ein böſes und gefährliches Beiſpiel, und böſe und gefährlich hat es gewirkt. Schauen Sie ſich um in Ihren Landen, Sire, überall werden Sie unglückliche, von ihren Männern verlaſſene Frauen, gebrandmarkte, von ihren treuloſen Weibern geſchändete Männer finden. Schauen Sie ſich um in Ihrer eigenen Familie, Sire. Unſere Schweſter von Bayreuth iſt geſtorben aus Gram über die Demüthigungen, welche ſie von der Maitreſſe ihres Gemahls erdulden mußte, unſer Bruder Auguſt Wilhelm iſt einſam geſtorben. Er hatte ſich mit ſeinem Gram nach Oranienburg zurückgezogen und ſeine Gemahlin blieb in Berlin. Sie war nicht einmal bei ihm, als er ſtarb, Fremde haben ſeinen letzten Seufzer empfangen, Fremde haben ihm die Augen zugedrückt. Unſere Schweſter, die Markgräfin von Anſpach, hat ſich ſo lange mit ihrem Manne geſchlagen, bis ſie endlich nachgegeben und die Maitreſſen ihres Mannes zu ihren Freundinnen angenommen hat. Und ich endlich, Sire, ich endlich ſtehe vor Ihnen mit dem Brandmal der Schande auf meiner Stirne, denn auch ich bin verrathen und betrogen! Und dieſes Alles iſt Ihr Werk, Sire. Ihr böſes Beiſpiel hat gewirkt in Ihrem Land und in Ihrer Familie! Wenn der König der Ehe und ihrer heiligen Pflich⸗ ten ſpottet, wie kann er da fordern, daß ſeine Familien und ſeine Unter⸗ thanen Ehrfurcht vor derſelben haben. Es iſt Mode geworden in Ihrem Lande, daß die Ehegatten einander täuſchen und verrathen, und Sie ſind es, welcher uns dieſe Mode gegeben hat!
Ich habe Sie zu Ende reden laſſen, Heinrich, ſagte der König, als der Prinz jetzt ſchwieg, und ſeine Augen begegneten mit einem ſanften, mit⸗ leidsvollen Ausdruck den finſtern, zürnenden Blicken ſeines Bruders. Ich habe Sie zu Ende reden laſſen; aber alle Ihre gehäſſigen und ungerechten Vorwürfe habe ich nicht gehört. Ich habe nur gehört, daß mein Bruder Heinrich unglücklich iſt, und den Unglücklichen iſt es eigen, daß ſie in anderen Menſchen und nicht in ſich ſelber die Quelle ihrer Leiden ſuchen. Ich vergebe Ihnen alſo Alles, was Sie gegen mich geſagt haben, und wenn Sie die unſeligen Folgen dieſes Krieges, der Jahre lang die Mähnner fern hielt und die Bande der Familien lockerte, wenn Sie dieſes


