Nun, ſo wird es mindeſtens Ein Haus in Berlin geben, wo wirklich Friede iſt, ſagte Louiſe lächelnd, und dieſes Haus wird das unfrige ſein, mein Freund. Ich heiße Dich willkommen im Namen unſerer Laren, die Dir ſchon längſt entgegenlächeln, und Dir eine angenehme Ueber⸗ raſchung vorbehalten haben.
Und was für eine Ueberraſchung, Louiſe?
Sagteſt Du mir nicht öfter, daß meine Tochter Camilla Dich ſtöre in Deinem Glück? Daß ſie wie der dunkle Schatten meiner Vergan⸗ genheit, welche Dir nicht gehört, zwiſchen uns ſtände?
Es iſt wahr! Ich habe mein Herz nicht zwingen können, ſie zu lieben, denn ſie erinnerte mich immer daran, daß Du vor mir einen Andern geliebt, einem Andern angehört, und durch dieſen viel Unglück und viel Leid erfahren habeſt.
Nun denn, mein Freund, dieſer Schatten wird nicht mehr zwiſchen uns ſtehen, und das iſt die Ueberraſchung, die ich Dir für Deine Heimkehr aufbewahrt habe: Camilla iſt ſeit einem Jahre ſchon verhei⸗ rathet.
Verheirathet! rief ihr Gemahl freudig. Und wer iſt der Glückliche, der es verſtanden hat, dieſes eigenſinnige Kind zu zähmen und ihr kaltes Herz zu erwärmen.
Frage vielmehr, wer iſt der Unglückliche, der ſich in dieſes ſchöne Angeſicht verliebt hat, und den Dämon für einen Engel hält, ſeufzte Louiſe traurig. Es iſt ein junger, vornehmer, reicher Engländer, Lord Elliot, der hier als Attaché den Geſchäften der engliſchen Geſandſchaft vorſtand, während der Geſandte, Herr Mitchel, bekanntlich immer im Hauptquartier beim König war. Lord Elliot iſt übrigens ein junger, liebenswürdiger, geiſtvoller Mann, der Camilla mit der glühenden Schwärmerei einer erſten Liebe wahrhaft anbetet.
Und Camilla? Liebt ſie ihn?
Louiſe zuckte die Achſeln. Sie hat ſich, wie er ihr ſeinen Antrag machte, ſofort bereit erklärt, ihn zu heirathen, obwohl ich glaube, daß ſeine Perſon ihr bei dieſer Gelegenheit weniger intereſſant war, als die koſtbaren Geſchenke, die er ihr zur Morgengabe darbrachte.
Aber es war ihre freie Wahl ſich mit ihm zu vermählen? Du haſt


