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machten, und ſich auch bei anderen Schönen über die Trennung von ihren geliebten Frauen tröſten würden.
Haſt Du das auch gedacht, Louiſe? fragte Major du Trouſſel mit traurigem, angſtvollem Ton, indem er ſeiner Gattin feſt in das Auge ſchaute.
Aber Louiſe lächelte ganz unbefangen. Mein Freund, ſagte ſie,
würde ich Dir denn dieſes Alles ſagen, wenn ich eben in dieſen Fehler verfallen wäre, den ich an Anderen rüge? Statt zu handeln, habe ich beobachtet, das iſt mein Amüſement, meine Zerſtreuung geweſen, und meine Beobachtungen haben mich oft mit ſolchem Entſetzen und ſolchem Abſcheu erfüllt, daß ich daraus tiefe und philoſophiſche Lehren für mich ſelber ſchöpfen konnte. Ich habe die Menſchen beobachtet und ſtudirt, mein Freund, und darum kann ich Dir jetzt mit voller Ueber⸗ zeugung ſagen: der Krieg iſt noch nicht zu Ende und ſtatt der Palmen des Friedens wird die Zwietracht noch lange ihre Sicheln ſchwingen. Die Menſchen glauben nicht mehr an Treue und Redlichkeit, Jeder beargwöhnt den Andern, und hält ihn für ſchuldig, wie er ſelber iſt. Jede Frau belauſcht mit boshafter Neugierde die Handlungen der anderen Frauen, es ſcheint ihr, daß ſie ſelber weniger ſchuldig iſt, wenn ſie ſieht, daß alle Anderen nicht beſſer ſind wie ſie ſelber, und wenn es ihr unglücklicher Weiſe nicht gelingen ſollte, an ihrer Freundin eine Schuld und eine Treuloſigkeit aufzufinden, ſo wird ſie eine ſolche erfinden, und ſtatt der Wahrheit die Verleumdung zum Deckmantel ihrer eigenen Sünde machen. Niemals iſt ſo viel gelogen und betrogen, ſo viel verläſtert und verleumdet worden, wie jetzt. Die Verleumdung ſteht vor jeder Thür und wird jedem heimkehrenden Manne ſo ſchlimme und fürchterliche Dinge in's Ohr flüſtern, daß er raſend werden muß vor Zorn, und ſeiner Gattin mißtrauen wird, wie unſchuldig ſie immer ſein möge.
Nun, ich werde nicht in dieſen Fehler verfallen, ſagte Major du Trouſſel, und wenn ich die Verleumdung vor meiner Thür finden ſollte, ſo werde ich ſie mit einem Fauſtſchlag von mir ſtoßen, und ruhig und lächelnd zu Dir eintreten, ohne auf ihre Zuflüſterungen zu hören, oder wenn ich ſie wider Willen gehört hätte, ohne an ſie zu glauben.


