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ein wenig von dieſer Zuneigung zu übertragen, welche Sie mir weihen und welche mich ſo glücklich macht.
Es lag etwas ſo Edles, Offenes und Ritterliches in der Art des Prinzen, daß Graf Kalkreuth ſich davon tief ergriffen und beſchämt fühlte, und in einer beſſeren Aufwallung ſich ſelber gelobte, dieſes edle Vertrauen des Prinzen nicht zu täuſchen, und dieſe ſo reine, ſo zuver⸗ ſichtliche Freundſchaft nicht mit Treuloſigkeit und Verrath zu beflecken.
Aber anders wirkten die Worte ihres Gemahls auf die Prinzeſſin. Seine edle Zuverſicht, ſtatt ſie zu rühren, beleidigte ſie. Sie fand, daß es ſehr viel Anmaßung, ſehr viel Eigendünkel verrathe, ſo gar nicht ängſtlich und beſorgt um ihre Liebe zu ſein, ſo gar keine Gefahr zu ſehen, ſondern ihr ſelber den Freund zuzuführen und ihn ihrer Neigung zu empfehlen. Es verletzte ſie, daß der Prinz ſo zuverſichtlich von ihrer Zuneigung ſprach, als von einer Sache, die zu verlieren ganz unmöglich ſei, und ſie nahm ſich vor, ihn dafür zu ſtrafen.
Mit einem gütigen Lächeln ſtreckte ſie daher dem Grafen ihre Hand entgegen, und ſagte ihm einige freundliche Worte des Willkommens. Wie hatte ſie vor dieſem Wiederſehen gezittert, wie tief beſchämt hatte ſie ſich gefühlt, wenn ſie daran dachte, daß ſie dem Grafen wieder gegenüber⸗ ſtehen ſollte, wiſſend, daß er keins ihrer Worte vergeſſen, und daß das Geſtändniß ihrer Liebe, welches ſie damals dem Scheidenden, dem viel⸗ leicht dem Tode geweiheten Krieger gemacht, jetzt dem Heimkehrenden, dem Lebenden gehörte.— Aber das unglückliche Geſchick ihres Gemahls hatte ſie leicht über dieſes angſtvolle Begegnen hinübergeführt und ihr den Weg leicht gemacht, den ſie jetzt wandeln ſollte. ⁵
Der Graf neigte ſich vor ihr und drückte ſeine Lippen auf ihre Hand. Sie erwiderte leiſe den Druck der ſeinen, und wie er ſich empor⸗ richtete und ſeine faſt ſchüchternen Blicke auf das Antlitz der Prinzeſſin heftete, begegneten ihre Augen ihm mit einem ſchnellen, leuchtenden Blitz und ein verheißungsvolles Lächeln umſpielte ihre Lippen.
Die Hofgeſellſchaft ſtand in einzelnen Gruppen umher und betrach⸗ tete mit kalten, neugierigen Blicken dieſe pikante Secene, welche die Harm⸗ loſigkeit und Unbefangenheit des Prinzen ihrer Bosheit und Neugierde
ſ bereitet hatte, und welche für ſie Alle ein unvergleichlicher Spaß, ein


