Teil eines Werkes 
Neue Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 3. Band (1859)
Entstehung
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Feuer, das die Prinzeſſin vielleicht ſelber verdammte, das ſie aber nicht mehr zu löſchen vermochte.

Ruhelos, in zitternder Angſt, ging ſie in den Sälen umher, lächelnd, während ſie hätte aufſchreien mögen vor Angſt und Pein, geſchmückt und in glänzender Parure, während ſie ihr Herz in Trauerſchleiern hätte be⸗ graben mögen.

Jedes Geräuſch erfüllte ſie mit Entſetzen, denn es konnte ihr die Ankunft des Gemahls bedeuten, es konnte ſie verdammen zu der demü⸗ thigenden und ſchmachvollen Heuchelei, Freude zu zeigen, die ſie nicht empfand!

O, wenn es ihr vergönnt geweſen, ihren Zorn, ihre Gleichgültigkeit frei und offen auszuſpechen zu dürfen! Aber die Geſetze der Etiquette, der Convenienz hielten ſie in ihren eiſernen Banden, und konnten ſie nimmer wieder los laſſen. Sie war eine Prinzeſſin, und durfte ſich den harten Nothwendigkeit ihres Standes nicht entziehen.

Sie fand in ſich ſelber nicht den Muth dazu! Zuweilen wohl in ihren ſchwärmeriſchen Träumereien ſehnte ſie ſich weit, weit fort aus dieſem öden, lügneriſchen Glanz, weit fort in ein ſtilles Thal, wo ſie unbekannt und ungenannt an der Seite des Geliebten leben, wo keine Etiquette ihr beſeligendes Beiſammenſein ſtören könnte, wo ſie frei ſein wollte, wie der Vogel in der Luft, der ſich jauchzend zum Himmel empor⸗ ſchwingt, wie die Roſe, die dem Sonnenſchein ihren duftenden Kelch öffnet. Aber dieſe Träumereien verblaßten ſo ſchnell wieder, wenn die Wirklichkeit ſie mit ihren rauhen, erkältenden Fingern berührte; hinter der ſchwärmenden Liebenden richtete ſich immer wieder die ſtolze Prin⸗ zeſſin empor, welche des Glanzes und der Herrlichkeit, die ſie umgab, nicht entbehren konnte, welche nicht den Muth oder den Willen hatte, herabzuſteigen von ihrer Höhe, um als ein gewöhnliches Menſchenkind wie andere Menſchenkinder zu leben.

Es war ein Zwieſpalt in ihrer Seele, ein Zwieſpalt zwiſchen der hochgebornen Frau und dem liebenden gluthvollen Weibe. Sie wäre im Stande geweſen, ihrer Liebe jedes Opfer zu bringen, ſogar für dieſelbe mit der Schmach der Sünde ihr Herz zu beladen, aber ſie hätte niemals dieſe Liebe öffentlich bekennen mögen, und niemals auch in ihren ſchwär⸗