Gemahlin, die Prinzeſſin Wilhelmine, zum letzten Male geſehen. Jetzt endlich konnte er heimkehren zu ihr, heimkehren zu ſeinem geliebten Rheins⸗ berg, um an dem Buſen der Geliebten auszuruhen von den Stürmen und Bedrängniſſen dieſer langen, ruheloſen Jahre. Er hatte die Prin⸗ zeſſin ſchriftlich gebeten, nicht zu ſeinem Empfange nach Berlin zu kom⸗ men, ſondern unter irgend einem Vorwand in Rheinsberg zu bleiben und ihn dort zu erwarten. Seine ſtolze und ehrgeizige Seele konnte den Gedanken nicht ertragen, daß dieſe Frau, welche er liebte, welche ihm ſo ſehr geeignet erſchien, auf dem erſten Thron der Welt zu glänzen, daß dieſe Frau ſich an dem Hof zu Berlin mit der zweiten Stelle begnügen, daß ſie hinter der Königin zurückſtehen müſſe. Vielleicht hatte er den König niemals um die Krone beneidet und ſich niemals an ſeine Stelle gewünſcht, aber der Königin beneidete er dieſe Krone, von welcher er meinte, daß ſie viel ſchöner auf dem Haupt ſeiner Gemahlin erſcheinen würde, daß die Prinzeſſin ſich viel beſſer eigne, die Rolle einer Königin zu ſpielen, als die ſanfte, traurige und verſchüchterte Eliſabeth Chriſtine.
Prinzeſſin Wilhelmine war alſo, dem Wunſch ihres Gemahls ent⸗ ſprechend, in Rheinsberg zurückgeblieben, ſich bei der Königin mit einem heftigen Unwohlſein entſchuldigend, das ſie in Folge des Umſturzes ihres Wagens auf einer Spazierfahrt betroffen habe.
Es war Abend. Das Schloß in Rheinsberg ſtrahlte wieder im Glanz der Kerzen, mit denen man ſeine Facade geſchmückt hatte, um dem Prinzen ſchon weit in die Ferne hin die Grüße der Heimath ent⸗ gegen zu funkeln; alle Säle waren erleuchtet, und in ihren feſtlich ge⸗ ſchmückten Räumen bewegte ſich eine glänzende Geſellſchaft auf und ab. Denn Prinzeſſin Wilhelmine hatte alle Diejenigen, welche zu dem nähern Kreiſe des Prinzen gehörten, nach Rheinsberg eingeladen, um dieſes Feſt der Heimkehr durch ihre Gegenwart mitzufeiern und alle Freunde und Bekannte des Prinzen und ſeiner Gemahlin hatten ſich heute in Rheins⸗ berg verſammelt.
Alles in dieſem Schloſſe trug das Anſehen des Glückes und der Freude, die Säle wie die Menſchen waren feſtlich geſchmückt, Alles ſchien zu lächeln, heiter und freudenvoll zu ſein. Doch gab es Ein Herz,


