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Mitternachtsſtunde im Concertſaal des Opernhauſes die Sänger und Muſiker verſammelt, ſtand Benda vor ſeinem Notenpult, um dieſe ſo ſeltſame Generalprobe zu dirigiren. 3
Mit dem Schlage der neunten Stunde am andern Morgen waren alle Vorkehrungen beendet, alle Schwierigkeiten beſeitigt. Der Organiſt ſaß an ſeiner Orgel, welche vollkommen wieder fähig war, die ihr zu⸗ getheilte Partie auszuführen, die Muſiker ſtimmten ihre Geigen und In⸗ ſtrumente, vor ihnen am Rande des hohen Chors ſtanden die Sänger mit dem Notenblatt in der Hand und an ſeinem Pult in ihrer Mitte der Kapellmeiſter Benda mit dem Taktſtock.
Aller Augen waren nach der dem Chor gegenüber befindlichen Thür gerichtet, durch welche der Hof eintreten mußte, jedes Herz klopfte in freudiger Erwartung dem König entgegen, Jedermann war begierig, ihn endlich wieder im Kreiſe der Seinen, im Kreiſe ſeiner Familie zu ſehen; Jedermann gönnte der Königin das lang entbehrte Glück, wieder von der Hand ihres Gemahls geleitet, ihrem Hof voranſchreiten zu können, und aus ihrer Wittwenſchaft und ihrer Vereinſamung wieder an der Seite des heimgekehrten Gemahls heraustreten zu können.
Aller Augen, wie geſagt, waren auf jene Thür dort gerichtet, durch welche der Hof eintreten mußte, dem man mit ungeduldiger Erwar⸗ tung entgegenſchaute und den man in aller ſeiner Pracht zu ſehen hoffte.
Endlich kffnete ſich die Thür,— in athemloſer Erwartung rich⸗
teten die Sänger und die Muſiker ihre Blicke hinüber.— Ja, da trat er ein, er, der König, da ſchritt er ruhig, das Haupt ein wenig vorn⸗ über geneigt, vorwärts, und in der tiefen Kirchenſtille hallte ſein Schritt feierlich laut durch den weiten Raum. Ja, es war der König, aber er ganz allein; Niemand begleitete ihn, kein glänzender Hofſtaat, kein reiches Gefolge umgab ihn, aber er war immer doch der König im Glanze ſeiner Majeſtät und ſeines Hel⸗ denthums, umleuchtet von dem herrlichſten Gefolge, von ſeinen Helden⸗ thaten und von ſeinen Siegen!
Und jetzt, nachdem der König langſam in einem der im Schiff der
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