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Eine lange Pauſe trat ein. Der König ſtand noch immer mit in⸗ einander geſchlagenen Armen, mit geſenktem Haupt vor der Vaſe; hinter ihm an der Thür lehnte der Marquis, mit vor Rührung zuckendem An⸗ geſicht zu dem König hinüberblickend.
Auf einmal wandte der König ſein Haupt zu ihm um. Marquis, ſagte er, ich bitte Sie um eine Gefälligkeit. Eilen Sie noch heute nach Berlin und ſagen Sie Benda, daß er mir morgen um neun Uhr hier in der Schloßkapelle das Te Deum meines lieben Graun aufführen ſoll. Ich weiß, die Sänger und die Capelle können es executiren, denn ſie haben es ſchon einmal aufgeführt nach der Schlacht bei Liegnitz. Sagen Sie meinem Conzertmeiſter Benda, er ſolle keine Schwierigkeiten machen, denn es ſei mein ausdrücklicher Wunſch, die Muſik morgen zu hören. Ihnen, mein lieber Marquis, übertrage ich es, auf die Ausführung meines Wunſches zu beſtehen, und ich weiß, daß Ihr Eifer das Unmög⸗ liche möglich machen wird. Nennen Sie es immerhin eine Laune, daß ich dieſe Muſik ſo ſchnell zu hören wünſche, aber ich habe mich ſo lange von den Thatſachen müſſen beherrſchen laſſen, daß ich mir jetzt wohl auch einmal erlauben darf, einer Laune Gehör zu geben.
Er reichte dem Marquis ſeine Hand, welche dieſer mit leidenſchaft⸗ licher Zärtlichkeit an ſeine Lippen drückte. Sire, ſagte er, morgen früh um neun Uhr ſoll das Te Deum in der Schloßkapelle aufgeführt werden, und ſollte ich die ganze Nacht umherlaufen und alle Sänger und Sän⸗ gerinnen und alle Muſikanten aus ihren Betten holen müſſen.—
Der Marquis hielt Wort. Er hatte alle Schwierigkeiten zu über⸗ winden, alle Einwendungen zu beſeitigen gewußt. Vergebens hatte Benda erklärt, die Orgel in der Schloßkapelle ſei in Unordnung, und ohne dieſe ſei die Aufführung nicht möglich. Der Marquis war zum Organiſten geeilt, und dieſer hatte die Nacht dazu verwenden müſſen, das Noth⸗ wendigſte in Ordnung zu bringen; vergebens hatten die Sänger ſich geweigert, ſo ohne alle Vorbereitung und Probe das ſchwierige Muſik⸗ werk vor dem König zu ſingen. D'Argens hatte im Namen des Königs befohlen, in der Nacht noch eine Probe zu halten, er ſelbſt war umher⸗ geeilt, die Sänger und die Muſiker zuſammenzurufen, und Dank ſeiner
kaſtloſen Thätigkeit, ſeinem herkuliſchen Eifer waren wirklich um die


