langen, ſinnenden Blicke im Zimmer umherſchweifen ließ, wo jedes Meuble und jedes Buch, wo jede Stelle ihn mit ſchönen und köſtlichen Erinnerungen begrüßte, wo Alles noch ſo ſtand, wie er es vor ſieben Jahren verlaſſen, da fühlte der König zum erſten Mal mit einem freu⸗ digen Schauer, daß er wieder heimgekehrt ſei, daß die Heimath ihn wie⸗ der aufgenommen, daß ſie ihn wieder umfangen halte mit ihren Liebes⸗ armen und ihren flüſternden Erinnerungen.
Mit ſtrahlenden Blicken wandte er ſich zu dem Marquis um, der hinter ihm an der Thür lehnte, und ihn mit einem ſeligen Lächeln be⸗ trachtete.
Oh, Marquis, ſagte er, es iſt doch etwas Schönes um die Heim⸗ kehr, und um den Frieden des eigenen Hauſes. Die alten Meubles hier ſcheinen mir zuzuwinken, wie alte Freunde; und ſtreckt nicht jener Arm⸗ ſtuhl dort mir ſeine Arme ſo ſteif und liebeſelig entgegen, als wolle er mich geradezu an ſeinen gepolſterten Buſen ziehen, damit ich in ſeiner Umarmung einſchlummere in ſeliger Luſt, und mir von ihm die Wiegen⸗ lieder ſüßer Erinnerungen ſingen laſſe? Marquis, ich muß meinem alten, treuen Lehnſtuhl den Willen thun, ich muß mich in ſeine Arme werfen! — Er trat zu dem Lehnſtuhl hin, und ließ ſich mit einem Ausdruck un⸗ endlichen Wohlbehagens in denſelben niedergleiten. Ach, ſagte er, jetzt fühle ich erſt, daß ich zu Hauſe bin.
Und erlauben mir Eure Majeſtät zu ſagen, was der alte Lehnſtuhl, trotz ſeiner Liebeſeligkeit, doch nicht ſagen kann! rief der Marquis mit tief bewegter Stimme. Ich bin auch ein Stück Meuble aus dieſem Zimmer, und im Namen aller meiner ſtummen, gepolſterten Brüder hier rufe ich: Willkommen, Willkommen, mein König und mein Herr, will⸗ kommen in der Heimath. Größer noch als Sie gegangen, kehren Sie hierher zurück, die edle geliebte Stirn geſchmückt mit unvergänglichen Lorbeern, umſtrahlt von einem Ruhm, der wie eine Siegeshymne die ganze Welt durchbrauſt.
Nun, nun, ſagte der König lächelnd, wenn man dieſem Ruhm ein bischen ſcharf in die Augen ſchaut, ſo verliert er gewaltig viel von ſeiner Pracht. Man ſieht dann, daß der Zufall eigentlich Alles gemacht hat, und daß ich den größten Theil meiner Erfolge mehr ihm, als all' meiner


