Teil eines Werkes 
Neue Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 3. Band (1859)
Entstehung
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der Freude umgewandelt. Die Säulen, welche die Decke trugen, waren umrankt von köſtlichen Blumengewinden und zarten Draperieen; gold⸗ blitzende Fahnen und Embleme zierten und bargen die Wände, koſtbare türkiſche Teppiche bedeckten den Fußboden, von vergoldeten Candelabern warfen zahlreiche Kerzen ihr glänzendes Licht durch die Halle und be⸗ leuchteten die lächelnden Geſichter der glänzenden, mit blitzenden Ordens⸗ ſternen gezierten Hofcavaliere, die reiche Parure der Hofdamen, welche ringsum in der Halle an den Wänden ſtanden.

In der Mitte des Raumes ſtanden zwei Frauen; die Eine im glänzenden Königsſchmuck, ſtrahlend im Glanz goldener Stickereien und flammender Brillanten, die Andere im düſteren Traueranzug, ſtatt der Brillanten nur mit Perlen, dieſen Symbolen der Thränen, geſchmückt. Die Eine mit heiterem glücklichen Geſicht, zu dem König hinüberſchauend mit ſtrahlenden Blicken und einem köſtlichen Lächeln. Die Andere mit düſterem Antlitz, durch welches der Gram, der Kummer und die Krank⸗ heit ihre unheilsvollen Linien gezogen, ihre großen Augen mit den gerö⸗ theten Lidern mit einem finſteren, zürnenden Ausdruck auf den König ge⸗ richtet, der jetzt dieſen beiden Frauen, der Königin und der Prinzeſſin Amalie, mit einem ſanften Neigen des Hauptes entgegenſchritt.

Die Königin, bei dem Anblick dieſes geliebten, ſo lang entbehrten Angeſichts all ihre gewohnte Zurückhaltung und reſignirte Kälte ver⸗ geſſend, that einige Schritte vorwärts, und ſtreckte lebhaft dem Gemahl ihre beiden Hände entgegen. Ihre ganze Seele, die ganze lang verhal⸗ tene Gluth ihres Herzens lag in ihren zugleich feuchten und glühenden Blicken, ihr Mund, welcher ſo lange geſchwiegen, ſo lange ihr ſchmerzlich ſüßes Geheimniß bewahrt hatte, ſchien ſich endlich öffnen zu wollen, um die Worte der Liebe, der glühenden Hingebung, die in ihrem Herzen brannten, auszuſtrömen. Die Königin, obwohl jetzt nicht mehr jung, nicht mehr ſchön, obwohl vergrämt und verſchüchtert durch lange Jahre des Leidens und inneren Kämpfens, die Königin war in dieſem Moment wieder ſchön, lebensvoll und ſtrahlend, die ewige Jugend der Seele leuch⸗ tete von ihrer Stirn, die ſtrahlende Flamme des Glücks brannte in ihren Augen..

Aber der König ſah das Alles nicht, ſein Herz hatte kein Erbarmen