Teil eines Werkes 
Neue Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 3. Band (1859)
Entstehung
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mung an ſich ziehen, es warf mit den Händen ihm Küſſe zu, und indem es ſeinen Namen nannte, ſchien es zu Gott zu beten für ſein Wohl. Aber Einer ſtand am Wagen, der ſprach nicht, und doch waren ſeine zitternden Lippen beredeter als alle Worte, denn welche Worte hätten das wohl auszuſprechen vermocht, was der Marquis d'Argens in dieſem Moment empfand, welche Worte hätten den Jubel, die Rührung und Freude zu ſchildern vermocht, die ſeine ganze Seele bewegten, und ſeine Augen mit Thränen füllten!

Jetzt ſah ihn der König, und ihm ſeine Hand darreichend, lud er ihn ein, in ſeinem Wagen ihm gegenüber neben dem General Lentulus Platz zu nehmen. Er ſelbſt reichte dem Freunde die Hand, um ihm behülflich zu ſein, ſich vom Pferde in den Wagen zu ſchwingen. Dann grüßte er noch einmal mit dem Winken ſeiner Hand das jauchzende Volk. Und nun vorwärts, vorwärts, nach Charlottenburg, gerade durch Berlin! rief der König ſich in den Wagen zurücklehnend.

In raſchem Trabe fuhr der Wagen in Berlin ein. Diejenigen, welche den Muth oder die Kraft verloren, den König da draußen zu erwarten, waren jetzt auf die Straße gekommen, ihn mit ihrem Vivat zu begrüßen. Aber der König richtete ſich nicht wieder aus der düſtern Ecke ſeines Wagens empor, er überließ es dem neben ihm ſitzenden Herzog Ferdinand von Braunſchweig dem Volk zu danken und es zu grüßen. Er ſelbſt aber blieb ganz unbeweglich, ganz theilnahmlos, er ſchien den Jubel des Volks, das Jauchzen und Rufen gar nicht zu hören, nicht ein Wort kam über ſeine Lippen, nicht einmal hob er die Hand zum Gruß empor. Nur wie ſie jetzt über die Königsbrücke auf den Schloß⸗ platz kamen, auf dem das Volk in dichtem Gewoge ſich drängte, da rich⸗ tete der König ſich empor. Aber nicht, um dieſe Häuſer rings um den Platz zu betrachten, welche man glänzend illuminirt hatte, und die in einem Lichtmeer funkelten, ſondern auf das Schloß allein richteten ſich die Blicke des Königs, auf dieſe ſchwarze, ſchweigende Steinmaſſe, welche ſich da zu ſeiner Rechten erhob und die im Gegenſatz zu den ſtrahlenden jauchzenden Häuſern ernſt und dunkel wie ein ungeheurer, von Lichtern umgebener Sarg erſchien. Auf das Schloß allein richteten ſich die Blicke des Königs, und jetzt hob er die Hand, aber nicht um das Volk zu grü⸗