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holen, um damit dem König den Pfad zu beleuchten, und ſeinem Ein⸗ zug trotz der Nacht ein feſtliches Ausſehen zu geben. Man ging bereit⸗ willig darauf ein, und die Meiſten beeilten ſich, nach der Stadt zu reiten, um Fackeln zu holen.
Bald erglänzte nun die Straße vom blutrothen Schein der Fackeln, deren flackerndes Licht ſeine ſeltſamen Streiflichter über dieſes ſchwarze, wogende Menſchenmeer warf, das da den weiten Raum vor dem Triumph⸗ bogen erfüllte, und aus dem hier und da der Fackelglanz ein Menſchen⸗ antlitz, ein paar glühende Augen, oder einen lachenden Mund in heller Beleuchtung hervorhob.
Und jetzt ſah man in der Ferne den Glanz zweier Lichter, welche raſch näher und näher kamen. Das waren die Lichter am Wagen des Königs! Jetzt hörte man von dem unteren Ende des Zuges her das Jauchzen und Vivatſchreien, es wälzte ſich wie eine Lawine näher und näher heran, es ſtürzte ſich jetzt unter die auf dem Platz verſammelten Maſſen des Volks, es erfüllte die Luft wie mit dem Donner von Ge⸗ ſchützſalven.
Es lebe der König! Es lebe Friedrich der Große!
Der Wagen kam näher und nüäher, jetzt umtanzten ihn ſchon hunderte von Lichtern, denn die Bürger mit ihren Fackeln ſchloſſen ſich ihm an, umringten ſeinen Wagen, ritten hinter ihm her, ſo daß der Wagen des Königs jetzt wie in einem Meer von Licht dahinrollte.
Nun hielt er am Triumphbogen. Der König erhob ſich in ſeinem Wagen, und wandte ſein Antlitz dem Volk zu, das aus tauſend und aber tauſend Kehlen ihm entgegenjauchzte. Die Fackeln beleuchteten ſein An⸗ geſicht, und gaben mit ihrem röthlichen Schein ſeinen Zügen den friſchen, ſtrahlenden Ausdruck der Jugend wieder, und zeigten dem Volke das flammende, gewaltige Auge des Königs, in dem noch dieſelbe Energie, dieſelbe Herrſcherkraft wie früher blitzte, und zeigten ihm das ſanfte gütige Lächeln, das den ſchönen feinen Mund des Königs unſſpielte.
Und ein unermeßlicher Jubel erfüllte bei dem Anblick dieſes lang⸗ entbehrten Angeſichts die Luft. Das Volk weinte, jauchzte, ſchrie und lachte vor Entzücken, es breitete die Arme aus, als wolle es den König, der da glänzend und ſchön über ihnen leuchtete, in einer einzigen Umar⸗


