eine ebenſo große Laſt ſind als für den Empfänger. Aber das Herz des guten Marquis war heute voll, es ſprudelte über von Glück und Freude, es war ihm Bedürfniß, ſich auszujauchzen, und in die Welt hinein ſein Vivat, Vivat zu ſchreien. In dem Egoismus ſeiner Liebe und Begei⸗ ſterung vergaß er daher die Neigungen des Königs zu berückſichtigen, und folgte nur ſeinen eigenen.
Vielleicht ahnte der König dieſen Triumph, den ihm die guten Ber⸗ liner bereiteten, und vielleicht ſchien es ſeinem edlen und zartfühlenden Herzen nicht angemeſſen, den heimkehrenden Lebenden zuzujauchzen, da man ſo viele Tauſende zu betrauern hatte, die nicht heimkehrten!— Vielleicht mochte er Berlin nicht im feſtlichen Schmucke ſehen, Berlin, in welchem während ſeiner Abweſenheit ſeine Mutter geſtorben war.
Stunde nach Stunde verging, die Sonne begann zu ſinken, die aus den Treibhäuſern in die harte Märzluft entführten Blumen an den Triumphbogen ſenkten traurig ihre Häupter, der Wind raſchelte unge⸗ ſtüm durch die Draperien und verſchob ihren kunſtvollen Faltenwurf, die Bürger begannen trotz ihres Enthuſiasmus doch zu empfinden, daß ſie hungerten, und ſehnten ſich recht ſehr nach der Beendigung der Empfangs⸗ feierlichkeiten,— und der König kam noch immer nicht!
Man harrte noch einige Zeit geduldig aus, dann begannen nach und nach einzelne Bürger den Zug zu verlaſſen, und wandten ihre Pferde, um in die Stadt zurückzukehren; das böſe Beiſpiel fand begierige Nach⸗ ahmer, und das Spalier der berittenen Bürgerſchaft verkleinerte ſich immer mehr. Als es zu dunkeln begann, waren nur noch einige hundert Bürger bei dem Triumphbogen zurückgeblieben, und auch die Geſichter dieſer ſpartaniſchen Männer zeigten nur noch wenig von der enthuſiaſti⸗ ſchen Freude des Morgens.
Marquis d'Argens war in Verzweiflung, und wäre der König jetzt eben gekommen, würde er ſtatt der jubelnden Begrüßungsworte vielleicht, wie ſchon öfter geſchehen, von dem leidenſchaftlichen Marquis eine ernſte Philippica gehört haben. Aber der König gab ſeinem Freunde nicht einmal die Gelegenheit, mit derſelben ſein Herz zu erleichtern. Er kam noch immer nicht!
Marquis d'Argens ſchlug daher den Bürgern vor, ſich Fackeln zu


