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Neue Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1859)
Entstehung
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regiert, und dieſem ein Vater, dem Feinde aber ein Schreckniß iſt. Krimgirai haßt Rußland, wie er alles Böſe und alles Gemeine und Rohe haßt, und darum iſt er bereit, Dir beizuſtehen gegen Rußland und mit einem Heer von ſechszehntauſend Mann zu Dir zu ſtoßen, auch wenn Du es willſt, in Rußland einzufallen.

Und was für eine Bedingung ſtellt der Chan für dieſe Hülfs⸗ leiſtung?.

Er bittet, daß Du ſeinen Truppen den Sold geben mögeſt, den Du Deinen eigenen Soldaten giebſt.

Und für ſich ſelber?

Für ſich ſelber bittet er. Dich, ihm einen geſchickten Arzt zu ſenden, der ihn von ungefährlichen, aber ſchmerzhaften Leiden zu heilen ver⸗ möge. Weiter bittet er Dich um Dein Vertrauen und Deine Freund⸗ ſchaft! 3

Die ich ihm gern gewähre! rief der König heiter. Aber jetzt ſagt mir noch Eins. Hat ſich der Chan noch immer nicht mit ſeinem Ober⸗ herrn, dem Großſultan der Türkei, verſöhnt?

Sire, der Großſultan fühlte, daß er ſeines tapfern Chans nicht entbehren könne. Er rief ihn alſo, ihm ſeine Gnade kündend, und Krim⸗ girai's edles Herz, welches keinen Groll kennt, vernahm den Ruf und folgte ihm. Eine Woche, bevor wir unſere Abreiſe antraten, hat der große Chan im Serai des Großherrn ſeinen feierlichen Aufzug gehalten. Als beſondere Auszeichnung hatte man dazu vor dem Serai vierzig eben angekommene Köpfe der rebelliſchen Montenegriner aufgeſteckt, und im Beiſein des Großherrn ſelbſt ward der Chan auf's Neue mit Säbel und Gürtel, mit Köcher und Bogen, Kalpak und Reiger und ſtattlichem Pferd als Chan wieder inſtallirt. Auch gab ihm der Großherr ſelber in einer Brieftaſche ein Ehrengeſchenk von vierzigtauſend Ducaten.*) Du ſiehſt alſo, Sire, daß auch der hohe Großherr die Tugend Deines Verbündeten ſchätzt und anerkennt!

*) Hammer: Geſchichte des Osmaniſchen Reiches. Bd. 8. S. 315. Mühlbach, Friedr. d. Gr. u. ſ. Geſchw. 2. Abth. II. 12