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ten, der Krieg hatte nicht blos den Menſchen, ſondern auch der Natur ihren Frieden genommen.
Auch in dem einſt ſo friedlichen und glücklichen Dorfe Brünen am Rhein, unweit Cleve, war jetzt das Unglück heimiſch geworden, ſaß die Sorge und der Gram mit den verwaiſten Müttern, den verlaſſenen Bräuten, den ſchwachen Greiſen, den als unbrauchbare Krüppel wieder heimgekehrten Kriegern vor der Thür ihrer Hütten, und erzählte ihnen von den ſchweren Zeiten, die ſie ſchon durchſeufzt, von den noch ſchwe⸗ reren, welche die Zukunft ihnen noch aufbehalten haben mochte, erzählte ihnen von den fernen Vätern, Söhnen und Männern, welche vielleicht jetzt ſchon mit zerſchoſſenen Gliedern auf dem Schlachtfeld lagen, viel⸗ leicht ſchon hinabgeſenkt waren in die blutgetränkte Erde.
Es war ein ſonniger, warmer Sommertag, aber Niemand achtete darauf, denn ein neuer Gram belaſtete die Herzen der armen und un⸗ glücklichen Bewohner von Brünen, der Gram, nicht einmal mehr) die Unterthanen dieſes großen Heldenkönigs ſein zu ſollen, den ſie Alle ſo ſehr liebten, und unter deſſen Fahnen ihre Väter und Söhne kämpften!— Die franzöſiſche Armee, unter Anführung des Herzogs von Broglio und des Grafen von St. Germain, hatte den ganzen Niederrhein und den ganzen Cleveſchen Kreis im Namen ihres Königs beſetzt, und mit Be⸗ ſchlag belegt. Das ganze Cleveſche Land war jetzt zu einer franzöſiſchen Provinz erklärt, und wie unbeſtreitbare und berechtigte Beſitzer hauſeten die Franzoſen in den deutſchen Provinzen, deren Bewohner zähneknir⸗ ſchend, aber ſchweigend dem neuen Herrn ſich fügen mußten, denn ſie waren hülflos und verlaſſen, ſie konnten nur heimlich in ihrem Herzen dem Preußenkönig die Treue bewahren, und mußten ſich mit anſcheinen⸗ der Ergebung darein fügen, dem Franzoſen die Steuern zu zahlen und ihn als ihren Herrn anzuerkennen.
Aber es war eine bittere und troſtloſe Nothwendigkeit! Niemand empfand das ſchmerzlicher als der alte Schäfer Buſchmann, der Vater Karl Heinrich's!— Er ſaß wie damals, als wir ihn zuerſt kennen lern⸗ ten, am Abhang einer grünen Wieſe, auf welcher ſeine Heerde weidete, die wie damals von dem vielgetreuen Phylax in ſtrenger Zucht und Ord⸗ nung erhalten ward. Aber nicht, wie damals, war ſein Auge klar und


