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Rührung füllen. In den Städten freilich giebt es ſolche Tage nicht, und wer ſie genießen will, der muß hinausziehen auf's Land, der muß ſie aufſuchen in den friedlichen Thälern, den duftenden Wäldern, deren Schweigen nur von dem Rauſchen der Bäume und dem Geſang der Vögel unterbrochen wird. Wer die heilige Sabbathſtille eines ſchönen Sommertages genießen will, der muß das beredte Schweigen der Natur verſtehen, und den ſüßen und erhabenen Geheimniſſen, die ſie aus dem Kelche der Blumen duftet, die mit dem Wehen des Windes ſäuſelt, mit dem Rauſchen der Bäume flüſtert, und mit dem Schmettern der Vögel ſingt, zu lauſchen wiſſen.
Wenige können das, Wenige mögen das, Wenigen hat Gott die Au⸗ gen des Herzens ſo weit geöffnet, daß ſie ſehen, was für die Meiſten mit einem undurchdringlichen Schleier bedeckt iſt, daß ſie ſehen die keuſche und göttliche Schönheit der Natur, und die Mährchen verſtehen, welche ſie erzählt. Es ſind ſanfte, idylliſche Mährchen; nichts von dem Bücher⸗ ſtaub der Gelehrten, nichts von dem Stirnrunzeln der Politiker haftet daran. Die Landſchaft erzählt von den Käfern, von den Roſen, von den tanzenden Elfen, den klagenden Grillen, den wéinenden Wolken, den träumenden Veilchen und den tanzenden Irrlichtern.
Wohl Denen, welche auf dieſe Mährchen horchen können, und welche die Noth des Lebens nicht mit ihren ernſten, mahnenden Worten zu ſich ruft, denen der Donner der Kanonen und das Geſchrei des Krieges nicht alle dieſe ſüßen und heiligen Lieder und Märchen der Natur übertönt!
Der Krieg, der Alles zerſtörende Krieg, hielt noch immer ſeine Brandfackel über das unglückliche Deutſchland ausgeſtreckt, er verwüſtete Städte und Dörfer, er nahm nicht blos den Menſchen, ſondern er nahm auch der Natur ihren Frieden!— Durch die ſonſt ſo ſtillen Thä⸗ ler ertönte jetzt oft genug der Donner der Kanonen, der Acker blieb un⸗ bebaut, die Wieſe ungemäht, denn es fehlte an arbeitskräftigen Händen, es fehlte an Männern und Jünglingen, und nur die Greiſe mit den Weibern waren daheim geblieben in den Dörfern, und unter ihren zit⸗ ternden Händen wollte die Arbeit nicht raſch mehr gedeihen. Unglück und Noth, Sorge und Kummer war auf dem Lande, wie in den Städ⸗


