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Soldat, heiße von Cocceji und habe die Ehre, der Flügeladjutant des Königs von Preußen zu ſein. Mein königlicher Herr hat mich mit einer geheimen nnd wichtigen Sendung betraut, und zu dieſer ſoll ich Eure Hochwürden im Namen und Auftrag Ihres Herrn Bruders Abbé Baſtiani, um Ihren Beiſtand bitten.
Und worin beſteht Ihre Sendung? fragte der Prior ruhig.
Der Baron von Cocceji lächelte. Es iſt ſchwer, ja faſt unmöglich, ſagte er, das in einige Worte zuſammenzufaſſen. Eure Hochwürden müſſen mir daher ſchon erlauben, zu meiner eigenen Orientirung etwas weitläufiger und umſtändlicher mich äußern zu dürfen.
Sprechen Sie, ſagte der Prior mit einem leiſen Neigen des Kopfes.
Eure Hochwürden kennen, wie ich aus den Charten und den einge⸗ ſteckten Nadeln erſehe, ganz genau die Lage und Stellung meines könig⸗ lichen Herrn, den ganz Europa bewundert, und den ſeine Feinde am meiſten fürchten, wenn ſie ihn beſiegt haben, weil ſie wiſſen, daß der König niemals größer, niemals energiſcher und kühner im Handeln iſt, als wenn er anſcheinend im Nachtheil, und vom Unglück betroffen iſt! Denn der kühne Blick des Königs weiß immer neue Hülfsquellen zu entdecken, er ſchöpft aus ſich ſelbſt ſeine Kraft und ſeine Stärke, und wenn ſeine Feinde meinen, den kühnen Löwen in ihrem Netz gefangen zu haben, ſo hat er ſchon mit ſeinem Blick die Stelle entdeckt, wo das Netz ſchadhaft iſt, und dort zerreißt er es mit Einem kühnen Ruck und arbeitet ſich hervor, um ſeine vor Schrecken und Erſtaunen betäubten Feinde vor ſich fliehen zu machen. Es iſt wahr, der König hat jetzt ſchon drei Schlachten verloren. Die Oeſterreicher und Ruſſen haben ihn bei Hochkirch, bei Kunersdorf und bei Maxen beſiegt. Aber was haben ſie dadurch gewonnen? Sie haben in dieſen Schlachten mehr verloren als der König, ſie haben ihre Hülfsquellen erſchöpft, ihre eigenen, und die Länder ihrer Bundesgenoſſen ausgeſogen. Der König aber ſteht ebenſo mächtig und in ungeſchwächter, voller Kraft ihnen gegenüber. Sein Heer iſt ergänzt, denn von allen Seiten und aus allen Provinzen ſtrömen jubelnde Schaaren zu den Fahnen ihres Königs herbei. Die Begeiſterung macht die Greiſe zu Jünglingen, die Knaben zu Männern. Jeder von ihnen will ſeinen Theil haben an dem Ruhm und den Ge⸗


