tionen und wüthender Geberde eine eifernde Rede gegen dieſe Verhöh⸗ nung der heiligen Kirche.
Wie könnt Ihr es dulden, daß man Euch dieſen Ketzer als einen Heiligen darſtellt, ſchrie er wüthend. Wißt Ihr denn nicht, daß der Papſt den ketzeriſchen König von Preußen in den Bann gethan hat? Wißt Ihr denn nicht, daß er der Feind iſt Gottes, der Kirche und der frommen katholiſchen Chriſtenheit? Fort alſo mit dieſer Lampe, das Feuer der Hölle wird den Ketzer verzehren, aber keine ewige Lampe des Heils darf ſeine finſtere Seele erleuchten!
Er hat Recht, er hat Recht, ſchrieen einige aus der Menge. Löſcht die Lampe aus! Schlagt dem Ciceruachi die Fenſter ein, denn er iſt ein Pruſſiano! Er macht einen Ketzer zu ſeinem Heiligen! Löſcht die Lampe aus!
Und mit drohend erhobenen Fäuſten ſtürzten einige Männer vor⸗ wärts. Aber ſofort ſtellten ſich ihnen Andere entgegen und drängten ſie mit ihren nervigten Armen zurück.
Niemand ſoll es wagen, dieſe Lampe auszulöſchen, ſchrieen ſie. Zurück, zurück, oder unſere Fäuſte ſollen Euch die Augen verblenden, daß Ihr weder die Lampe noch den großen Federigo mehr ſehen ſollt!
Löſcht die Lampe aus, im Namen Gottes! ſchrie der wüthende Bruder Karthäuſer, und eine Schaar fanatiſcher Tereſiani ſchrie es ihm nach, indem ſie mit wüthender Gewalt der Thür zudrängten.
Aber vor derſelben hatten die Pruſſiani, unter ihnen Signor Mon⸗ tardo und der Fremde, ſchon eine Schutzmauer gebildet und wehrten mit wüthendem Geſchrei und drohend erhobenen Fäuſten die Herandrän⸗ genden zurück. Nun entſtand einer jener Tumulte, wie ſie nur bei dem leidenſchaftlichem Volk der Italiener möglich ſind. Man hörte nichts als wüſtes Geſchrei, wilde Flüche, drohende Verwünſchungen, man ſah nichts als wuthflammende Augen, geballte Fäuſte, und hier und da blitzte ſchon die Klinge eines Dolches oder eines Meſſers.
Auf einmal, wie von einem Zauberſpruch gebändigt, verſtummte das wüſte Geſchrei und eine tiefe Stille trat ein. Alle dieſe ſchreienden heulenden Menſchenmaſſen ſtanden plötzlich ſchweigend und ruhig da, oder wichen ſcheu und angſtvoll zurück vor den finſteren, ſtummen


