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dahin gegangen waren, in die große und prächtige Riva di Schiavoni ein, und der geſchwätzige Signor Montardo wollte eben in ſeinen luſtigen Erzählungen fortfahren, als ein lautes Schreien, Rufen, Lachen und Schelten ihn unterbrach und ein mit jeder Minute ſich vergrößerndes Gewühl von Menſchen ihnen den Weg abſchnitt.
Nun zum Glück ſind wir hier am Ziel unſeres Weges, ſagte Signor Montardo, denn das iſt das Haus meines würdigen Freundes, des Galanteriewaarenhändlers Ciceruachi, zu dem ich Sie führen wollte. Drängen wir uns ein wenig vorwärts, zu ſehen, was es giebt, denn mir ſcheint, mein Freund Ciceruachi hat wieder dem guten Volk von Ve⸗ nedig eine Ueberraſchung bereitet.
Er ſchob ſich mit ſeinen breiten Schultern energiſch in dieſer be⸗ weglichen Menſchenmaſſe vorwärts, und führte den Fremden durch die ſo machtvoll gebildete Gaſſe bis in die erſten Reihen der den Laden umdrängenden Menſchen vor.
Auf einmal ſtieß der Fremde einen leiſen Schrei aus und deutete nach dem Eingang des Ladens hin. Sehen Sie da, ſagte er, das iſt das ſprechend ähnliche Portrait des großen Friedrich.
Wirklich, dort an der Eingangsthür des Ladens dieſer ſchöne, in einen prachtvollen Goldrahmen eingefaßte Kupferſtich, das war das Bild des preußiſchen Heldenkönigs, das Bildniß Friedrich des Großen, und unter demſelben war eine brennende Lampe angebracht, deren flak⸗ kerndes Licht das ſchöne, edle Antlitz Friedrichs mit roſigem Schimmer gleichſam belebte.
Ah, nun begreife ich, flüſterte der Wirth. Ciceruachi legt es darauf an, die Tereſiani wüthend zu machen. Sehen Sie doch nur, er hat, um ſeine grenzenloſe Ehrfurcht vor dem König zu bezeigen, eine ewige Lampe vor ſeinem Bilde aufgehängt, eine Ehrfurcht, wie man ſie bei uns nur Heiligen vom erſtem Range erzeigt.*) Hören wir ein wenig, was die Leute dazu ſagen.
Eben war ein Bruder Karthäuſer, angelockt von dem Menſchengewühl, in die vordere Reihe getreten und begann jetzt mit heftigen Geſticula⸗
*) v. Archenholtz. Th. I. S. 214.


