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zu klug, um nicht öffentlich eine neutrale Stellung zu behaupten, während ſie in'sgeheim ſo gut preußſich geſinnt iſt, wie wir Alle.
Aber die Lombarden und Sardinier? fragte der Fremde erwar⸗ tungsvoll.
Auch die ſind gut preußiſch geſinnt, und wenn auch der König von Sardinien, wie man ſagt, ein Tereſiano iſt, ſo iſt ſein Volk preußiſch wie wir Alle.
Und die Neapolitaner?
Nun, die Neapolitaner, rief der Wirth lachend, die Neapolitaner ſind, wie Sie wiſſen, eben nicht bekannt wegen ihrer Tapferkeit, und wenn ſie alſo den großen Friedrich nicht lieben, ſo fürchten ſie ihn wenigſtens. Die Neapolitaner ſind die Kinder Italiens, ſie wiſſen nichts weiter, als daß Neapel eine ſchöne Stadt iſt, und zittern immer, daß irgend ein Barbar kommen, und ſie verſchlingen könnte. In ihrer Angſt vergeſſen ſie ganz, daß Niemand an ſie denkt, und daß ganz Italien und die Alpen ſie von den kriegführenden Völkern trennen. Der König von Neapel hielt es für möglich, daß der König von Preußen eines Tages mit ſeinem ſiegreichen Heer den Veſuv erſteigen, und Neapel in Beſitz nehmen könnte. Seit den letzten Siegen des Königs hat König Ferdinand von Neapel daher die Zahl ſeiner Truppen vermehrt, und die Wachen in der Haupt⸗ ſtadt verdoppelt.*)
Der Wirth lachte bei dieſer Erzählung ſo herzlich, daß der Fremde unwillkürlich in ſein Lachen mit einſtimmen mußte. Nun, der König von Neapel iſt freilich auch nur ein Knabe von neun Jahren, ſagte er dann.
Aber er hat Miniſter, die älter ſind als er, und wohl ein wenig mehr von der Geographie wiſſen ſollten, Signor. Aber, Corpo di bacco, ich ſchwatze und ſchwatze hier von Politik und vergeſſe ganz, daß Eccellenza ohne Zweifel hungrig ſind und nach einer ſtärkenden Mahlzeit verlangen werden.
Es iſt wahr, mich hungert ein wenig, ſagte der Fremde lächelnd.
Und in einer Viertelſtunde ſoll das glänzendſte Diner, das der welt⸗
*) v. Archenholtz. Geſch. des ſiebenj. Krieges. Th. I. S. 20.


