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Sie befanden ſich wirklich vor dem Quartier des ruſſiſchen Gene⸗ rals. Dort in dieſem großen Zimmer, das offenbar der Tanzſaal der Dorfſchenke war, und den Bauern als Verſammlungsort gedient hatte, dort an dieſem langen eichenen Tiſch in der Mitte des Zimmers ſaß der General Soltikow, und um ihn her ſaßen und ſtanden die ruſſiſchen Generäle und Officiere in ihren reichen, maleriſchen Trachten, während an der Thür ein halbes Dutzend Koſacken an der Erde kauerten und mit ſchläfrigen Blicken zu dem Tiſch hinſtarrten. Auf dieſem ſtanden meh⸗ rere ſilberne Armleuchter mit Wachskerzen, welche das Gemach bis zur Tageshelle erleuchteten und den beiden preußiſchen Grenadieren den vollen Einblick in den ganzen Raum geſtatteten. Aber das Schickſal ſchien ſie in jeder Weiſe begünſtigen und ihnen die Gelegenheit geben zu wollen, nicht bloß zu ſehen, ſondern auch zu hören.— Die nach dem Garten führenden Fenſter waren geöffnet, um in dieſes ſchwüle, dumpfe Gemach ein wenig von der friſchen Kühle der Nacht einziehen zu laſſen, und dicht neben dem einen der Fenſter befand ſich ein hohes Geſträuch, in dem man ſich leicht verbergen konnte.
Geh Du dorthin, flüſterte Karl Heinrich, ich will mich dort drüben hinter jenem Baumſtamm verbergen, wir wollen von verſchiedenen Stand⸗ punkten unſere Beobachtungen anſtellen. Vielleicht hört oder ſieht der Eine von uns, was dem Andern entgeht. Laß uns genau aufpaſſen, damit wir dem König Alles erzählen können.
Ohne des Freundes Antwort abzuwarten, ſchlüpfte Karl Heinrich von dannen. Fritz Kober ſchlich leiſe zu dem Geſträuch hin, einen Mo⸗ ment hörte man noch das Raſcheln der Zweige, das leiſe Knarren von Fußtritten, dann war Alles ſtill. Niemand in dem Zimmer konnte ahnen, daß da in dieſem ſchweigenden kleinen Garten vier glänzende Augen beobachteten, was hier geſchah.
An dem Tiſche, wie geſagt, ſaß der ruſſiſche Feldherr im Kreiſe ſeiner Generäle und Officiere. Vor ihm lagen Papiere und Briefſchaften, Landkarten und Pläne, in welche er zuweilen hineinſchaute, während er dem ihm gegenüberſitzenden Ofſicier den Schlachtbericht dictirte, den er an ſeine Gebieterin, die Kaiſerin Eliſabeth, ſogleich abſenden wollte. Einige Schritte von ihm ſtanden in ſteifer militairiſcher Haltung diejeni⸗


