Teil eines Werkes 
Neue Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 1. Band (1859)
Entstehung
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Unterofficiere werden. Na, brav ſind wir geweſen, der Karl Heinrich hat neun, und ich ſieben Gefangene gemacht, aber Unterofficiere ſind wir doch noch nicht geworden.

Morgen ſeid Ihr's, ſagte der König. Jetzt eilt Euch und kehrt mir bald zurück.

Unſere Gewehre laſſen wir hier, ſagte Karl Heinrich, denn mit preußiſcher Montur dürfen wir nicht da hinüber gehen.

Sie ſtellten Beide ihre Gewehre an die Hüttenthür und dann ſich einander die Hände reichend, und den König militairiſch grüßend, eilten ſie Beide von dannen.

Der König blickte ihnen ſinnend nach, bis ihre beiden ſchlanken Ge⸗ ſtalten ſich in der Ferne verloren. Mit funfzigtauſend ſolcher Soldaten würde ich die ganze Welt erobern, murmelte er. Das ſind echte Sol⸗ datenherzen!

Dann wandte er ſich um und ſchritt zu den beiden Schlafenden hin. Wie er ſie leicht an der Schulter faßte, fuhren ſie auf, und ſprangen entſetzt empor, als ſie den König erkannten.

Entſchuldigen Sie ſich nicht, ſagte der König gütig, Sie haben am Tage Strapatzen genug erduldet, und es iſt begreiflich, daß Sie ermattet ſind! Kommen Sie herein, Meſſieurs. Die Nachtluft könnte Ihnen ſchaden. Wir wollen da drinnen zuſammen ſchlafen.

Aber wo ſind die beiden Grenadiere? fragte Herr von der Goltz.

Ich habe ſie mit Aufträgen fortgeſchickt.

Dann erlauben mir Eure Majeſtät, daß ich hier bleibe und den Wachtdienſt übernehme. Ich habe geſchlafen, und bin jetzt wieder ganz munter.

Ich ebenſo, ſagte der zweite Adjutant. Geruhen Euer Majeſtät, ſich zur Ruhe zu verfügen. Wir werden Wache halten.

Nicht doch, ſagte der König lächelnd, der Mond hält Wache für uns Alle. Kommen Sie herein!

Aber es iſt doch unmöglich, daß Eure Majeſtät hier ſo unbewacht ſchlafen wollen. Der erſte, beſte Koſack, der hier vorüberkommt, könnte ſein Piſtol durch's Fenſter auf Eure Majeſtät abdrücken.

Der König ſchüttelte ernſt das Haupt. Die Kugel, die mich treffen