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Und ich glaube wahrhaftig, ſie wär's im Stande, murmelte Ra⸗ nuzi, als er Marietta verlaſſen und die Straße erreicht hatte. Sie iſt ein gefährliches Weib und hat in ihrer Liebe wie in ihrem Haß wirklich etwas von einer Tigerin an ſich. Ich werde alſo mit ihr ſehr auf mei⸗ ner Hut ſein müſſen, und wenn ſie wüthend wird, ihr entweder die Zähne ausreißen, daß ſie nicht beißen kann, oder vor ihrem wüthenden Anſpringen entfliehen. Doch, das iſt noch lange hin. Die Hauptſache iſt, daß ich mir den Weg zu einer Correſpondenz nach Wien eröffnet habe, und daß das für meine Pläne ein ungeheurer Fortſchritt iſt, für welchen ich meiner zärtlichen Marietta wohl mit einigen Liebkoſungen danbar ſein muß!
IV.
Loniſe du Tronſſel.
Madame du Trouſſel ging unruhig in ihrem Zimmer auf und ab. Sie horchte auf jeden Glockenſchlag und jedes Geräuſch machte ſie erbeben. Er kommt nicht, er kommt nicht, murmelte ſie leiſe vor ſich hin. Er hat alſo meine geſtrigen Spöttereien für Ernſt gehalten und iſt wirklich empfindlich geworden. O, ich werde alſo ſchon alt! Ich beſitze nicht mehr die Kraft, die Männer an mich zu feſſeln. Mein Gott, iſt es denn wirklich wahr, bin ich ſchon alt und häßlich? Nein, nein, ich bin kaum vierunddreißig Jahre, das iſt für eine verheirathete Frau immer⸗ hin noch kein Alter, und was die Häßlichkeit anbetrifft, ſo—
Sie unterbrach ſich ſelbſt und eilte haſtig zum Spiegel hin, um lange und mit prüfenden Blicken ihr Antlitz zu betrachten. Ja, ſie mußte es ſich geſtehen, ihre Schönheit war im Verblühen, mehr im Verblühen, als es ihrem Alter nach nothwendig geweſen. Schon zeigte ſich um ihren Mund dieſer welke, verrätheriſche Zug, mit welchem das Alter die


