Teil eines Werkes 
Neue Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 1. Band (1859)
Entstehung
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nur an ſolche Generäle verliehen, welche entweder die Ungläubigen beſiegt oder barbariſche Völker unterjocht hatten.*)

Aber der König Friedrich von Preußen lächelte nur zu dieſen widerſinnigen Angriffen des Statthalters Gottes. Für ſeine mit dem Schwert umgürteten Feinde hatte er das Schwert, für ſeine mit der Zunge und der Feder wider ihn kämpfenden päpſtlichen Feinde bediente er ſich derſelben Waffen: der Zunge und der Feder. Und wenn er den Erſteren im offenen Felde gegenüberſtand, bekämpfte er die Anderen von ſeinen Winterquartieren aus mit dieſen beißenden, ſanglanten und höh⸗ nendenfliegenden Blättern, welche damals ganz Europa lachen machten und die Großthaten des Papſtes unter dem Fluche der Lächerlichkeit zerbröckelten. Denn der geweihete Hut und Degen des Feldmarſchalls Daun verlor ſeine Weihe durch dieſenDankſagungsbrief des Feld⸗ marſchalls Daun an den Papſt, welchen der König verfaßte, und der ſelbſt in Oeſterreich ſeine Lacher und Bewunderer fand, ebenſo durch dasGlückwunſchſchreiben des Prinzen Soubiſe an den Feldmarſchall Daun. Und wenn der Papſt den preußiſchen König als den ketzeriſchen Marchese di Brandenburgo bezeichnete, ſo nannte ihn der König da⸗ für in ſeinen Briefen Phihihu'sden Groß⸗Lama und ergoß ſich in beißender Satyre über die dem Statthalter Gottes zugeſtandene Unfehl⸗ barkeit. Aber nicht den Papſt allein geißelte die ſatyriſche Feder des Königs; ſanglanter noch traf ſie die keuſche und ſittenſtrenge Kaiſerin Maria Thereſia in demBriefe der Marquiſe von Pompadour an die Königin von Ungarn, in welchem das unerhörte Freundſchafts⸗ bündniß zwiſchen der tugendhaften Kaiſerin und der üppigen Maitreſſe arg genug gegeißelt ward.**) Und man las nicht allein dieſe Briefe, die in

*) Oeuvres posthumes Vol. III. p. 344.

*.) In dieſem Briefe beſchwert ſich die Marquiſe, daß die Kaiſerin es ihr unmöglich gemacht habe, zu ihr zu eilen, und ihr in Wien die Huldigungen ihrer Liebe und Freundſchaft darzubringen, weil Maria Thereſia in Wien den Gerichts⸗ hof der Tugend eingeführt habe, und dieſer ſchwerlich ſie begnadigen könne. Die Marquiſe beſchwört daher die Kaiſerin, ihre Strenge fahren zu laſſen, dieſe fürchterlichen Tugendtribunale abzuſchaffen und ſich der Allgewalt der herrlichen Göttin Venus zu beugen. Alle dieſeBriefe und Sendſchreiben ſinden ſich geſammelt in den Suppléments zu den Oeuvres posth. Vol. III. p. 222 365.