Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Geld iſt da, um Diejenigen zu belohnen, welche dem Vaterlande gute Dienſte leiſten, aber es iſt auch vor allen Dingen für Diejenigen da, welche wahrhaft meine Freunde ſind!

Das Antlitz des jungen Grafen ſtrahlte vor Entzücken. Ueber des Königs Geſicht fuhr, als er dies ſah, ein ſpöttiſches Lächeln und ſeine Augen blitzten höher auf.

Aber ich werde natürlich darin zu unterſcheiden wiſſen, fuhr der König fort, und wer von meinen Freunden des Geldes nicht bedarf, wird es nicht bekommen. Sie, zum Beiſpiel, mein lieber Graf, Sie, der Sie außerordentlich reich, und dabei ſo außerordentlich ſparſam ſind, Sie werden ſich immer an meiner Liebe genügen laſſen müſſen, denn Sie werden von mir natürlich niemals auch nur einen Thaler bekommen*).

So ſprechend nickte er dem Grafen freundlich zu und ging in das nächſte Zimmer, deſſen Thüre er hinter ſich ſchloß.

Stumm und ſtaunend ſahen ſich die Freunde an, nachdem der König ſie verlaſſen hatte. Jeder betrachtete den Andern als den beglückten, bevorzugten Rivalen, Jeder glaubte in dem Andern z. ſehen, was er ſelber nicht geworden: machtvoller Günſtling, Miniſter oder General. Jeder fühlte daher die Liebe zu dem Andern ein wenig erkaltet, und verwünſchte den Freund, der ihm hindernd im Wege geſtanden.

Jordan war der Erſte, welcher das Schweigen brach. Mit einem wehmüthigen Lächeln reichte er Bielfeld die Hand dar.

Es ſoll nicht geſagt werden, ſagte er, daß getäuſchte Hoffnungen auch die Enttäuſchung der Herzen nach ſich ziehen müßten und daß der Neid uns blind machen könnte gegen die Vorzüge unſerer Freunde. Ich liebe Sie gerade um Ihrer Vorzüge und Talente willen, und ich begreife es daher vollkommen, daß der König Sie mir vorzieht! Nehmen Sie alſo meinen Glückwunſch und ſeien Sie gewiß, daß ich Ihnen Ihr Glück von Herzen gönne.

Bielfeld ſah ihn erſtaunt an. Mein Glück? fragte er lächelnd. Theuerſter Freund, an dieſem Glück iſt nichts zu beneiden, und was

*) Thiébault II, pag. 50 51. 10*

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