Volke, damit es ſehe, weshalb der König ihn zu ſeinem Freunde erwählte!
Und werde auch ich der Gnade theilhaftig werden, mich zu den Freunden des Königs zählen zu dürfen? fragte der alte Fürſt von Anhalt⸗Deſſau, welcher eben mit ſeinen beiden Söhnen in den Saal getreten war und die letzten Worte des Königs gehört hatte. Wird Ew. Majeſtät auch mir und meinen beiden Söhnen die Gunſt erhal⸗ ten, welche der hochſelige König mir ſo lange und glückliche Jahre be⸗ wieſen hat? O, Majeſtät, ich flehe um Ihre Gnade, ich beſchwöre Sie, mir und meinen Söhnen gnädig zu ſein, und uns das Anſehen und den Einfluß zu laſſen, deſſen wir bisher genoſſen!
So ſprechend, beugte der alte Fürſt laut weinend ſein Knie vor
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und ein Lächeln umſpielte ſeine Lippen. Er reichte dem Fürſten ſeine Hand dar und hieß ihn aufſtehen. Ich werde Ihnen gerne Ihre Aemter und Stellen laſſen, ſagte der König, denn ich bin gewiß, daß Sie mir ebenſo treu und eifrig dienen werden, wie Sie es meinem Vater gethan! Was aber das Anſehen und den Einfluß betrifft, den Sie zu haben wünſchen, ſo will ich Ihnen Allen ſagen, daß unter meiner Regierung Niemand Anſehen haben wird als ich allein, und daß Niemand, ſelbſt mein beſter Freund nicht, Einfluß auf mich haben wird*).
Die Freunde aus Rheinsberg ſahen ſich verſtohlen und erbleichend e einander an und ſenkten traurig ihre Häupter. Niemand lächelte mehr, Niemand hatte noch Luſt zu ſcherzen. Eine kalte eiſige Hand war über ihre hochklopfenden Herzen hingefahren und hatte die Schwin⸗ gen ihrer Hoffnung gelähmt!
Der König ſchien es nicht zu bemerken. Er näherte ſich ſeinem * Freunde Jordan, und ſeinen Arm nehmend, zog er ihn in eine Fenſter⸗ niſche, wo er lange und angelegentlich mit ihm ſprach.
Die Höflinge und Günſtlinge ſahen mit neidiſchen Blicken hin⸗ über nach dem bevorzugten, glücklichen Freunde, und beobachteten jede
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*) Des Königs eigene Worte. Friedrich der Große. I. 10
ſeinem jugendlichen Monarchen. Der König wiegte ſinnend ſein Haupt,
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