Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Im Muſikſaal empfängt die Königin die begeiſterten Glückwünſche ihres Hofes. Alle Geſichter ſtrahlen vor Entzücken und Wonne. Jeder ſieht eine glanzvolle Zukunft vor ſich, jedes Herz klopft in Hoffnung und Erwartung.

Fort alſo, fort nach Berlin, wo eine neue Sonne aufgegangen iſt, fort zu dem Gemahl, dem König Friedrich dem Zweiten!

XVI.

Der Cag der Angnade und der gnade.

Die Kanonen donnerten, die Glocken läuteten. Die Garniſon von Berlin leiſtete den Eid der Treue, wie es die Garniſon von Potsdam ſchon am Tage zuvor geth an.

Der junge König empfing im weißen Saale die erſte große Cour. Aus allen Provinzen, aus allen Städten, von allen Corpo⸗ rationen waren Deputationen herbeigeeilt, um den König zu ſehen, den lang Erſehnten, den lang Erhofften, den Befreier von Bedräng⸗ niß, Knechtſchaft und Noth. Entzücken und reine, ungetheilte Freude herrſchte überall, und wer dieſes ſtrahlende, von reiner Be⸗ geiſterung leuchtende Antlitz des jungen Königs ſah, der fühlte, daß für Preußen in der That eine neue Zeit beginnen werde. Aber

wer war berufen, das Rad dieſer neuen Zeit mit in Bewegung zu ſetzen? Wen wird der König auserwählen zu ſeinen Freunden und

Dienern, wen wird er verſtoßen, an wem wird er ſich rächen?

Denn Viele ſind da in dieſem weißen Saale, welche dem Kron⸗ prinzen, ſei's auch auf Befehl des Königs, oft bitteres Leid und bittere Kränkung zugefügt, Viele ſind da, welche ihn gedemüthigt, ſein Vertrauen gemißbraucht, ihn verleumdet und oft genug den Zorn ſeines Vaters gegen ihn aufgeſtachelt haben.