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ſich der geöffneten Thür, durch welche man die Kronprinzeſſin ge⸗ wahren konnte, welche noch mit dem Leſen ihres Briefes beſchäftigt war.
Sie ſah ungewöhnlich heiter und zufrieden aus, und ein glückliches Lächeln ſchwebte um ihre Lippen. Wie ſie zufällig den Blick empor⸗ ſchlug, gewahrte ſie die beiden Cavaliere, welche feierlich und langſam ſich ihr nahten.
Ach, Sie wiſſen alſo ſchon, daß jetzt wirklich ein Courier die verhängnißvolle Brücke paſſirt hat? Und jetzt möchten Sie gern er⸗ fahren, wie es meinem Gemahl, dem Kronprinzen ergeht?
Dem Kronprinzen? wiederholte Graf Wartensleben erſtaunt. Er iſt alſo immer noch Kronprinz?
Sie glaubten, er ſei ſchon König, rief die Prinzeſſin, und Sie kamen, mich als Königin zu begrüßen?
Ja, Königliche Hoheit, ſagte Bielfeld lachend, das Wort Majeſtät ſaß ſchon auf unſern Lippen, wie ein Pfeil, der eben von der Sehne fliegen will.
Die ganze Geſellſchaft brach in ein fröhliches Gelächter aus, in das die Kronprinzeſſin ſelber mit einſtimmte, und man ſcherzte und lachte, und war heiter und guter Dinge, und dankte doch Gott, als endlich die Stunde zum Schlafengehen gekommen war, und man ſich in ſeine Gemächer zurückziehen konnte.
Als die Kronprinzeſſin ſich endlich ganz allein in ihrem Schlaf⸗ zimmer befand, zog ſie den vorher empfangenen Brief aus ihrem Buſen, um ihn noch einmal zu leſen.
Mit liebevollen zärtlichen Blicken ſchaute ſie auf dieſe Zeilen, welche ſeine Hand ihr geſchrieben, und als ihre Augen jetzt auf ſeine Namensunterſchrift fielen, hob ſie das Papier zu ihren Lippen empor und küßte es.
Frederic! flüſterte ſie. Mein Frederic! Oh mein Gott, ich liebe Dich ſo ſehr, daß ich dieſes Papier beneide, welches von Deiner Hand berührt worden, und auf dem Deine wundervollen, leuchtenden Augen geruht haben!
Dann las ſie den Brief noch einmal mit geſpannter, kritiſirender Aufmerkſamkeit, und ein glückliches Lächeln durchſtrahlte ihr Angeſicht.


