Sie einverſtanden, meine Damen und Herren?
Allle murmelten einige Worte des Dankes, der Freude, doch
waren ihre Mienen ernſt, befangen und eine Wolke lagerte ſich auf jeder Stirn.
Die Kronprinzeſſin bemerkte es. Es ſcheint, ich habe Ihre Wünſche nicht getroffen, ſagte ſie, und Sie ſind nicht zufrieden mit meinen Vorſchlägen. Selbſt das kleine Fräulein von Schwerin macht ein verdrießliches Geſicht, und ſelbſt meine gute Oberhof⸗ meiſterin hat ihr freundliches Lächeln verloren. Nun, was iſt's? Ich will es wiſſen! Herr von Bielfeld, ich ernenne Sie zum Redner dieſer kleinen unzufriedenen Gemeinde. Sprechen Sie!
Herr von Bielfeld lächelte und ſeufzte. Ew. Königliche Hoheit hatten wohl Recht vor einigen Tagen von Ihrer Gabe der Prophe⸗ zeihung zu ſprechen, denn Sie ſind in der That eine Prophetin und Zeichendeuterin, und Ew. Königliche Hoheit haben ganz richtig in unſern Mienen geleſen! Gewiß iſt es für uns Alle ein außerordent⸗ liches Glück, eine ſchmeichelhafte Ehre, wenn wir den Vorzug genießen ſollen, den heutigen Abend in den Gemächern der Frau Kronprin⸗ zeſſin zuzubringen und mit Ihrer hohen und ſegenbringenden Gegen⸗ wart begnadigt zu werden. Aber wenn Ew. Königliche Hoheit uns wirklich geſtatten wollen, Sie um eine Gnade zu bitten, ſo wäre es dieſe: daß unſere erhabene Herrin geruhen möchte, uns vielleicht im Gartenſalon, oder im Muſikzimmer zu empfangen, und nicht in Ihren Privatgemächern. Denn dieſe Privatzimmer, Ihro Königliche Hoheit, ſo ſchön und herrlich ſie immer ſind, haben doch einen großen, einen entſetzlichen Fehler!
Nun? fragte die Kronprinzeſin, als Bielfeld jetzt ſchwieg. Sie machen mich in der That neugierig. Ich glaubte bisher, meine Zim⸗ mer ſeien ſehr ſchön und ſehr anmuthig, auch hat der Kronprinz ſelber das Arrangement derſelben angeordnet, und Pesne und Buiſſon haben ſie mit ihren ſchönſten Malereien geſchmückt. Sagen Sie alſo ſchnell, welches iſt der große Fehler meiner Zimmer?
Friedrich der Große. I. 9
alsdann ſpielen wir Karten und ſpät am Abend wird muſicirt. Sind


