Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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allen, einem Könige ſchuldigen Ehren beſtattet werden! Das iſt mein Wille! Richten Sie ſich danach! Die näheren Anordnungen über⸗ laſſe ich Ihnen und Ihrer Weisheit! Gehen Sie alſo an's Werk! Kaufen Sie Alles, was an Trauergegenſtänden nöthig iſt, und reichen Sie mir die Rechnungen ein. Ich werde ſie bezahlen laſſen.

Der Ober⸗Ceremonienmeiſter war entlaſſen, und durchwandelte nachſinnend und in Gedanken an kommende Herrlichkeit und Macht ſchwelgend die Königlichen Gemächer. Da hörte er ſich beim Namen gerufen, und ſich eilig umwendend, gewahrte er den König auf der Schwelle des Zimmers.

Noch Eins, Pöllnitz! ſagte der König, und ſeine klaren, flammen⸗ den Augen ruhten mit einem durchbohrenden Ausdruck auf dem lächelnden, demuthsvollen Antlitz des Hofherrn. Noch Eins, Pöllnitz! Vor Allem keine Betrügereien, keine ſchlimmen Streiche, keine Ueber⸗ theuerungen und mit doppelter Kreide geſchriebenen Rechnungen! Ich werde dergleichen niemals verzeihen! Merken Sie ſich das, Baron!*)

Und ohne eine Antwort abzuwarten, wandte der König ſich um und kehrte in ſeine Gemächer zuück.

Baron Pöllnitz aber ſtarrte ihm nach mit weitaufgeriſſenen, ent⸗ ſetzten Blicken. Es war ihm, als habe er ein Geſpenſt geſehen, als ſei der Blitz vor ihm niedergeſchlagen und habe ſeine ganze Zukunft, ſein ganzes glänzendes Glück zerſchmettert.

Das war nicht der junge, verſchwenderiſche, üppige, vertrauens⸗ volle Herrſcher, welchen Pöllnitz erwartet hatte. Das war ein nüch⸗ terner, ernſter, ſparſamer König, der ſogar ihn, den alten gewiegten, klugen Hofmann durchſchauete, und ihm mißtrauete.

*) Thiébault, Vol. II, pag. 49.