Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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— 125— Hofleute werfend und dann Fredersdorf in die Königlichen Zimmer folgend.

Nun, habe ich Wort gehalten? flüſterte Fredersdorf, während ſie die erſten Zimmer durchſchritten.

Sie haben Wort gehalten, und auch ich werde Wort halten! Gemeeinſchaftlich werden wir herrſchen!

Treten Sie ein, dort iſt der König! ſagte Fredersdorf, Pöllnitz verlaſſend. 1

Der junge König ſtand am Fenſter, die heiße Stirn an die Scheiben gelehnt und zuweilen ſchwer aufathmend und ſeufzend wie in innerer Bedrängniß. Als er ſich jetzt zu Pöllnitz umwandte, ſah dieſer, daß ſeine Augen geröthet waren von Thränen und ein Schau⸗ der lief über das kalte Herz des Hofmannes hin.

Ein junger, eben zur Macht gelangender König, welcher nicht berauſcht war von dieſem glänzenden Glück, ſondern weinte um den Tod ſeines Vaters! Wie wenig entſprach das den Vermuthungen und Wünſchen des Ober⸗Ceremonienmeiſters.

Heil und Segen für Ew. Majeſtät! rief Pöllnitz mit anſcheinen⸗ der Begeiſterung, indem er ſich niederbeugte, das Gewand des Königs zu küſſen.

Aber dieſer trat einen Schritt zurück und wehrte ihm. Laſſen wir dieſe Ceremonien für den Huldigungstag, ſagte er mit einem matten Lächeln. Jetzt bedarf ich Ihrer zu andern Dingen! Sie ſind ein Meiſter und Weiſer in den Sachen der Etiquette und des Cere⸗ moniels, Sie werden daher ferner die Leitung dieſer Dinge an meinem Hofe übernehmen und Sie werden damit beginnen, das Leichenbe⸗ gängniß des Königs zu arrangiren.

Nach der von dem hochſeligen König feſtgeſetzten einfachen Norm? fragte Pöllnitz lauernd. 2

Nein! Ich muß leider mein Regiment mit einem Ungehorſam gegen die letzten Anordnungen meines Vaters beginnen! Ich darf dieſes einfache, prunkloſe Leichenbegängniß, welches er fordert, nicht ſtatt haben laſſen! Die Welt würde es falſch deuten und mir eine Unehrerbietigkeit gegen die Königliche Leiche vorwerfen! Sie muß mit