allein es zuweilen geweſen, welcher Friedrich Wilhelm durch ſein Zu⸗ reden und Bitten dahin gebracht, die Schulden des Kronprinzen zu bezahlen, daß Pöllnitz den König vermocht, ſeinem Sohne das Tra⸗ kehner Geſtüt zu ſchenken.
Daran mußte der König ſich jetzt erinnern, und die geleiſteten Dienſte mußten Pöllnitz jetzt zu Ehren und Würden emportragen! Er mußte der Günſtling werden, der beneidete, gefürchtete, machtvolle Günſtling, vor dem ſich Alles beugte, der mächtig war, wie der König ſelber! Denn der König war ja ſo jung, ſo unerfahren, ſo leicht zu täuſchen, er hatte ein ſo warmes Herz, eine ſo rege Phantaſie, einen ſo glühenden Hang zu Vergnügungen, zu Prunk und Glanz. Man mußte dieſen Eigenſchaften ſchmeicheln, ſie mußten das Gängelband ſein, an welchem man den König lenkte! Man mußte ihn trunken machen mit glänzenden Feſten, ihn berauſchen mit pikanten Genüſſen, man mußte aus ihm einen Sardanapal machen, für den das ganze Leben nur ein blumengeſchmücktes, berauſchendes Feſt war, nichts weiter! Und während dann der junge, von Freuden und Genüſſen trunkene König auf duftendem Lager ausruhte, um ſich zu ſtärken zu neuen Genüſſen, da war Pöllnitz der Herrſcher, der König. Oh, er mußte das erreichen! Dies war keine Chimäre, kein willkürlicher Traum, es war ein wohlüberlegter Plan, bei dem Pöllnitz einen kräftigen Bundesgenoſſen hatte, für den der Kammerdiener des jungen Königs, Fredersdorf, gewonnen war, Fredersdorf, welcher ſeinem Freunde Pöllnitz verſprochen hatte, daß er der Erſte ſein ſollte, welchen der junge König zu ſich rufen würde.
Deshalb ſtand der Ober⸗Ceremonienmeiſter von Pöllnitz ſo nahe an der Thür, welche zu den innern Gemächern des Königs führte, deshalb ſah er mit ſo ſtolzen Blicken hinüber nach all dieſen Höf⸗ lingen, welche in athemloſer Spannung das Oeffnen jener Thüre dort erwarteten. 8
Da! Da öffnet ſich die Thür, und das Antlitz des Kammer⸗ dieners Fredersdorf wird ſichtbar.
Der Herr Baron von Pöllnitz!
Hier bin ich! ſagte Pöllnitz, einen triumphirenden Blick auf die
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