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ſeine electriſchen Funken, das letzte Lebensgas ausſtrömte, das ſich hier und da noch in ſeinen keuchenden Lungen verfangen hatte.
Der Kronprinz führte die weinende Königin hinaus, der Schwarm der Hofleute blieb zurück, aber ihre Geſichter waren nicht mehr traurig und kummervoll, ſondern geſpannt, lauernd, gedankenvoll.— Die Tragödie hier war zu Ende geſpielt; man war jetzt nur begierig auf das Drama, zu welchem der Vorhang dort drüben ſich erheben ſollte! Dort drüben in den Gemächern des Kronprinzen,— jetzt des Königs! Denn Friedrich Wilhelm der Erſte hatte eben ſeinen letzten Seufzer ausgehaucht und war ſtarr geworden und kalt. Es war nur noch eine Leiche da, mit der man nichts mehr zu ſchaffen hatte, die nur noch eine Arbeit für die Aerzte und Leichenbeſchauer war!
In ungeduldiger Haſt drängten ſich Alle fort aus den weitge⸗ öffneten Flügelthüren des Sterbezimmers, in ungeduldiger Haſt drängte ſich Alles hinein in die weitgeöffneten Flügelthüren des Vorſaals, welche zu den Gemächern des jungen Königs führen.
Wen wird er zuerſt rufen? Wer wird der Glückliche ſein, den der erſte Strahl der neu aufgehenden Sonne trifft? Sie ſehen Alle eine ſonnige, goldene Zukunft vor ſich, denn eine neue Zeit wird be⸗ ginnen, eine Zeit des Glanzes, der Ueppigkeit, des Ueberfluſſes und der Freude! Der König iſt ſo jung, ſo lebensvoll, er liebt den Glanz, den Prunk, die heitern Feſte! Er iſt kein Soldatenkönig, kein Mann des Stockes und des Zopfes! Er iſt ein Cavalier, ein Dichter, ein Gelehrter. Die Wiſſenſchaften und Künſte werden blühen, die Galanterie und Mode wird herrſchen und ihre Geſetze ſchreiben. Der Corporalſtock iſt zerbrochen, die Flöte beginnt ihre ſüße, melodiſche Herrſchaft!
Das dachten ſie, dieſe lauernden, athemloſen Höflinge, welche da im Vorzimmer des jungen Königs ſtanden, das dachte der Ober⸗ Ceremonienmeiſter von Pöllnitz, der zunächſt an der Thür ſtand, welche zu den innnern Gemächern führte. Ja, auch für ihn mußte eine neue Zeit beginnen, eine glanzvolle bedeutungsreiche, mächtige Zeit! Der Kronprinz hatte ſich ihm immer gnädig und liebevoll ge⸗ zeigt, und der junge König mußte ſich jetzt erinnern, daß Pöllnitz


