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erſcheinen, um die Abdankungsurkunde aufzuſetzen, durch welche er ſeine königliche Macht auf den Kronprinzen ſchon jetzt übertragen wollte, hinter ihm ſtand der Kronprinz und die Königin, die Generale, Adjutanten und Prieſter.— Der König achtete nicht auf ſie, der König hatte ganz vergeſſen, daß er ein Sterbender ſei, er dachte nur an ſeine Pferde, und eine finſtere Zorneswolke zeigte ſich auf ſeiner Stirn, als er ſah, daß der Reitknecht dem Pferde des Fürſten von Anhalt über die gelbſeidene Schabracke einen mit blauem Sammet überzogenen Sattel geſchnallt.
Ah, wenn ich nur geſund wärel rief er laut und drohend hin⸗ unter, wie wollte ich dieſe dummen Stallknechte durchprügeln! Haake, thut mir den einzigen Gefallen, und prügelt dieſe Elenden an meiner Statt!*)
Und die Pferde ſpitzten die Ohren und wieherten laut, und die Stallknechte erzitterten vor der Stimme ihres Herrn, welche ihnen noch einmal ſo drohend und zürnend wie ſonſt und doch ſo dumpf und grabesähnlich ertönt war.
Aber jetzt war dieſe Aufregung des Zornes vorüber, der König ſank in ſeinen Stuhl zurück, hochathmend, zerbrochen! Er fand nicht mehr die Kraft, die Abdankungsurkunde zu unterzeichnen und nur mit ſtummen Winken konnte er befehlen, daß man ihn von ſeinem Roll⸗ ſtuhl auf ſein Lager trage.
Da lag er ſtarr, unbeweglich, mit halbgeöffneten Augen, mit bläulichen Lippen, ächzend und ſtöhnend. Eine furchtbare Stille herrſchte in dieſem Gemach des Todes. Jeder hielt ſeinen Athem an und lauſchte, Jeder wollte den letzten Todesſeufzer des Königs ver⸗ nehmen, Jeder wollte Zeuge ſein dieſes erhabenen, geheimnißvollen und unerforſchlichen Moments, wo die Seele ſich ablöſt von ihrer irdiſchen Hülle und als ein freies, unſichtbares aber unzerſtörbares Atom der Gottheit wieder emporſteigt zu den Quellen ſeines Lebens und ſeines Lichtes!— Bleich und zitternd neigte der Kronprinz ſich über das ſchweißbethaute Antlitz ſeines Vaters, leiſe betend kniete die
*) Pöllnitz, pag. 374.
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