Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Und das war jetzt Alles abgethan und zu Ende! Nie mehr wird ſein Fuß ſich in die Steigbügel ſchwingen, nie wird er mehr durch die Straßen ſeiner Stadt Berlin reiten, um ſich zu erfreuen an den ſtattlichen Häuſern und Palläſten, die ſein gefürchteter Wille in's Leben gerufen, nie mehr wird die demuthsvollen Grüße ſeiner Unterthanen empfangen, und wenn die Trommeln wirbeln und die Kanonen donnern, ſo werden ſie damit nicht mehr ihn, den König, ſondern nur noch ſeine Leiche begrüßen!

Oh, und das Leben iſt doch ſo ſchön, die Luft iſt ſo balſamiſch und friſch, der Himmel iſt von einem ſo klaren, durchſichtigen Blau! Und das Alles ſoll er verlaſſen, vor dem Allen ſoll er ſeine Augen ſchließen, um hinabzuſteigen in den öden dunklen Sarg!

Der König ſchüttelte verſtohlen eine Thräne aus ſeinem Auge fort, und zwang ſeinen Blick, ſich von dem Himmel und der ſchönen Gottesluft auf die Pferde zu lenken, welche von den Reitknechten ge⸗ führt, ſtolz und majeſtätiſch im Hof auf⸗ und abgingen. Wie er das that, belebten ſich ſeine Züge und nahmen wieder einen friſcheren, lebendigeren Ausdruck an. Er vergaß für einen Moment, daß der Tod hinter ihm ſtand, und blickte mit geſpannter Aufmerkſamkeit hin⸗ unter in den Hof, um zu ſehen, welche Pferde die beiden Herren wilſen widen

Als er das Pferd ſah, welches der Fürſt von Anhalt⸗Deſſau ſich gewählt, lächelte er mit der überlegenen mitleidigen Miene eines Kenners.

Das iſt ein ſehr ſchlechtes Pferd, mein lieber Fürſt, rief er hinunter in den Hof, und die Indignation des erfahrenen Pferde⸗ kenners gab ſeiner Stimme ihre gewohnte Kraft und Energie. Neh⸗ men Sie jenes dort; ich ſtehe Ihnen dafür, daß es ein gutes Pferd iſt!— Als der Fürſt das vom Könige bezeichnete und Graf Haake ſich ein anderes Pferd gewählt, befahl der König, daß man den bei⸗ den Thieren ihr ſchönſtes und prachtvollſtes Sattelzeug anlege, und während dies geſchah, blickte er mit theilnahmsvoller Neugierde immer hinunter in den Hof.— Hinter ihm ſtand der Miniſter von Podewils und die Geheimen Staats⸗Sekretaire, denen der König befohlen, zu