Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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lich mußte Friedrich Wilhelm ſich für überwunden erklären, endlich mußte er die Krone von ſeinem Haupte nehmen und als Menſch ſich beugen in reuevoller Zerknirſchung, um Gott anzuflehen um Er⸗ barmen und um Gnade!

Er hatte ſeinen Frieden mit Gott gemacht. Es blieb ihm nichts mehr übrig, als die letzten irdiſchen Angelegenheiten zu ordnen und ſeinen Frieden zu machen auch mit der Welt, Abſchied zu nehmen von ſeiner Gattin, ſeinen Kindern, ſeinen Freunden und Dienern.

Er hatte ſie Alle in ſeinem Sterbezimmer verſammelt, um ihnen Lebewohl zu ſagen. Neben ſeinem Rollſtuhl, auf dem der König ſaß, eingehüllt in einen weiten ſeidenen Mantel, ſtanden ſeine Gemahlin und der Kronprinz. Seine Hände ruhten in den ihren, und wenn er die ſchweren, müden Augen zu ihnen erhob, begegnete er immer ihren von Thränen umdüſterten Blicken, welche mit unendlicher Liebe, unendlicher Theilnahme auf ihm ruhten. Der Tod, welcher ſie bald für immer trennen ſollte, hatte den Vater und den Sohn zuvor in Liebe vereint. Friedrich Wilhelm hatte den Kronprinzen laut weinend in ſeine Arme geſchloſſen, und mit von Thränen erſtickter Stimme gerufen:„Hat mir Gott nicht eine große Gnade erzeigt, daß er mir einen ſo edlen Sohn gegeben?— Der Kronprinz hatte das von Thränen überfluthete Antlitz an die Bruſt des ſterbenden Vaters ge⸗ ſchmiegt und aus tiefſter und aufrichtigſter Seele hatte er zu Gott gebetet um die Erhaltung und Geneſung des Vaters, des jetzt regie⸗ renden Königs.

Aber es ging zu Ende. Der König wußte und fühlte das! Er hatte ſich ſeinen Sarg von Eichenholz, in den er vor einigen Monaten ſich zur Probe gelegt, jetzt in ſein Zimmer bringen laſſen, und auf dies traurige und wehmuthsvolle Ruhelager blickend, ſagte er mit einem zufriedenen Lächeln:„In dieſem Lager werde ich ruhig ſchlafen!“ — Dann winkte er ſeinem Kabinets⸗Sekretair Eichel, und befahl ihm die Verordnung für ſein Leichenbegängniß, welche der König ſelber ihm dictirt, jetzt vorzuleſen.

„ Es war eine ſchauerliche herzzerreißende Lectüre. Ein grauſiges Bild, dieſen König zu ſehen neben ſeinem Sarge, umgeben von ſeinen

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