Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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zu ſtören und behielt den Brief, um ihn jetzt abzugeben. Wie ich ihn in der Hand hielt und mit Frau von Morien darüber ſcherzte, daß der Kronprinz vergeſſen, eine Adreſſe zu ſchreiben, kam Fräu⸗ lein von Schwerin, um mir auf eine höchſt ungebührliche Weiſe den Brief zu entreißen und zu behaupten, daß er ihr gehöre. Frau von Morien eilte ihr nach, um ihr denſelben zu entreißen. Das iſt der ganze Hergang.

Und Sie ſagen, der Brief ſei an mich? fragte die Kronprin⸗ zeſſin ſinnend.

An Sie, und er enthält ein Gedicht von Sr. Königlichen Hoheit.

So bin ich alſo berechtigt, das Siegel zu erbrechen, ſagte die Prinzeſſin, indem ſie den Brief öffnete und das darin enthaltene Papier entfaltete. Dann rief ſie mit einem freudigen Lächeln: In der That, es iſt ein Gedicht von meinem Gemahl!—

Und hier kommt Se. Königliche Hoheit ſelbſt, um die Wahrheit meiner Ausſage zu beſtätigen! rief Frau von Brandt, zur Seite tretend. †

XIII. Das Banguet.

Frau von Brandt hatte Recht, es war der Kronprinz, welcher, umgeben von ſeinen Cavalieren, gerade in dem Moment, in welche 8 die Kronprinzeſſin das Gedicht zu leſen begann, in den Saal na. Ein Gemurmel des Beifalls erhob ſich bei ſeinem Erſcheinen, und das Antlitz ſeiner Gemahlin ſtrahlte vor Freude und Entzücken bei dem Anblick dieſes ſchönen, ſtrahlenden, anmuthigen jungen Fürſten, 4

den ſie in dieſein Moment, wo ſie das erſte, an ſie gerichtete Liebes⸗*