Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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geſchlagenen Augen und ſchienen gar nichts gewahr geworden zu ſein von dem raſchen Toilettenwechſel der Königin. Sie harrten noch immer auf die Karte der Königin.

Sophie Dorothea hatte ihre Karten wieder aufgehoben und ſpielte eine Dame aus. Lord Haſtings überſchlug ſie mit dem König.

Verloren! ſagte die Königin mit einem traurigen Seufzer. Die Damen verlieren immer, wenn der König kommt! Aber immer bleibt es ein Troſt, wenn man nur durch den König geſtürzt wird, fügte ſie mit einem Lächeln hinzu, welches die ſtolze Königin dem gedemüthigten Weibe abzuringen vermochte.

Dann ſpielte ſie ruhig weiter, obwohl ſie ſehr wohl bemerkt hatte, daß der König bereits in der Thür des Tanzſaals ſtand und ſie beobachtete.

Als der König auf ſie zuſchritt und ihren Namen nannte, wandte die Königin ſich mit dem Ausdruck freudiger Ueberraſchung zu ihm hin und ſtand auf, um ihm entgegen zu gehen.

Ah, mein König, welch' eine große Freude Sie uns da be⸗ reiten! ſagte ſie lächelnd. Es iſt ſehr liebenswürdig von Ew. Ma⸗ jeſtät, dieſes Feſt mit Ihrer Gegenwart zu verherrlichen.

Doch komme ich, um dieſes glänzende Feſt auf einige Augenblicke zu verdunkeln, ſagte der König mit rauhem ſtrengem Ton, indem er den Arm der Königin heftig unter den ſeinigen ſchob. Es iſt wohl gut und nothwendig, ſich inmitten der rauſchenden Erdenfreuden ein wenig an die Vergänglichkeit und Eitelkeit alles Irdiſchen zu erinnern und die üppige Muſik mit einem Gebet zu unterbrechen. Ich bin gekommen, um Eurer an Eitelkeit kranken Seele dieſe Arznei einzugeben. Kommt alſo mit mir, Königin! Ihr da, fuhr der König fort, indem er den Kopf rückwärts wandte zu der Hofgeſellſchaft, welche in ſchweigenden, erſtaunter Gruppen ſich zuſammenzedrängt hatte, Ihr da könnt uns begleiten!

Er zog die Königin mit ſich fort; lautlos ordnete ſich hinter ihnen der Zug der feſtlich geſchmückten Gäſte, welche, dem königlichen Befehl gehorchend, dem Königspaare folgten. Wohin? Niemand