Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Prinzeſſinnen zu erkundigen, welche im anſtoßenden Tanzſaal ſich be⸗ fanden, und in jugendlicher Fröhlichkeit der Freude des Tages ſich hingaben.

Plötzlich verſtummte die Muſik, und eine ſeltſame, ungewohnte Stille trat in dem Tanzſaal ein. Die Königin, welche eben die aus⸗ getheilten Karten mit ihren von Brillanten blitzenden Fingern ordnete“ wandte ſich lächelnd an eins der Hoffräulein und befahl ihr, wenn

der Tanz beendet ſei, die beiden Prinzeſſinnen zu ihrer Mutter zu rufen, dann lenkte ſie wieder ihre Aufmerkſamkeit dem Spiel zu, als plötzlich Prinzeß Amalie bleich und ſchreckensvoll hereinſtürzte und zu der Königin hineilte, welcher ſie raſch einige Worte in's Ohr flüſterte.

Sophie Dorothea ſtieß einen leiſen Schrei aus und zuckte zu⸗ ſammen in jähem Schreck. Der König! Mein Gott, der König! murmelte ſie.

Er ſcheint ſehr zornig, flüſterte Prinzeß Amalie. Laſſen Sie ihn Ihre Brillanten nicht ſehen!

Die drei Spielgenoſſen der Königin ſaßen in ehrfurchtsvollem Schweigen, die Karten in der Hand, um den Tiſch und warteten auf die Karte der Königin. Aber plötzlich legte die Königin alle ihre Karten auf den Tiſch und mit einer heftigen Bewegung das Collier von ihrem Halſe und die Bracelets von ihren Armen ablöſend, nahm ſie die funkelnden Geſchmeide und verbarg ſie in der großen Taſche ihres Kleides*).

Söſe mir jetzt noch raſch die langen Ohrgehänge aus, Amalie! flüſterte ſie, und während die Prinzeſſin dieſem Befehl folgte, hob die Königin ihre Karten wieder vom Tiſche auf.

Der Glanz war von ihr gewichen, die Brillanten hatten ſich ſcheu in ihrer Kleidertaſche verkrochen, das Feuer ihrer Augen war erloſchen. Der König war da, Sophie Dorothea war alſo keine ſtrahlende Königin mehr, ſondern ein ſcheues, demuthsvolles, abhän⸗ giges und den Zorn ihres Gemahls fürchtendes Weib!

Die Spielgenoſſen der Königin ſaßen noch immer mit nieder⸗

*) Thiébault, Vol. II. pag. 54.

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