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bitten, um ihn zu verſichern, daß ſie Alle ihm bis in den Tod er⸗ geben ſeien, daß ihr Betragen gegen den Kronprinzen nur die Folge einer unwillkürlichen Unbeſonnenheit geweſen, und daß ſie damit durch⸗ aus nicht gegen die Sr. Majeſtät allein ſchuldige Ehrfurcht hätten fehlen wollen*).
Graf Haake übernahm es ſeufzend, dem König dieſe Botſchaft auszurichten, und begab ſich wieder zu ihm, während die beſtürzten und tief betrübten Hofleute in bangem, athemloſem Schweigen ſeiner Wiederkehr harrten.
Endlich öffnete ſich wieder die Thür, und Graf Haake kehrte zurück.
Nun, was ſagte der König? Hat er uns verziehen? Will er uns wieder zu Gnaden aufnehmen? Zürnt Se. Majeſtät nicht mehr? Glaubt er wieder ſeinen treuen, demüthigen und gehorſamen Dienern?
Graf Haake erwiederte alle dieſe auf ihn einſtürmenden Fragen
mit einem icheepritiden Kopfſchütteln. Eine Pauſe athemloſer Er⸗ ein
wartung trat ein. Alle richteten ihre Blicke auf den Grafen, deſſen Lippen für ſie das Wort der Verdammniß oder der Gnade aus⸗ ſprechen ſollten.
Meine Herren, ſagte der Graf endlich, und ſeine Stimme klang den zitternden Hofleuten hohl und ſchauerlich wie das unheilvolle Ge⸗ krächze des Todesengels, meine Herren, der König läßt Ihnen ſagen, daß wenn Sie ſich nicht augenblicklich entfernten, Se. Majeſtät der König ſchon Mittel finden würden, Sie mit Gewalt fortzuſchaffen*).
Dcas war eine Drohung, welche den Füßen der angſtzitternden Hofleute ſchnell ihre Muskelkraft wiedergab. Stumm, mit traurigen Mienen und angſtvoll ſcheuen Blicken eilten ſie von dannen und erſt, nachdem ſie das große Portal des Schloſſes durchſchritten und auf die Straße gekommen waren, athmeten ſie beruhigt und glücklich auf, denn ſie waren nun befreit von der Furcht vor dem Gefängniß oder dem königlichen Corporalſtocke*e).
*) Pöllnitz, Vol. II. pag. 36. **) Pöllnitz, Vol. II. pag. 37. Ta) Es vergingen indeß mehrere Tage, ehe der König ſeinen Hofherren


