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Ihn gefragt? rief der König, deſſen ganze Geſtalt erbebte vor Zorn. Er, welcher die Etiquette ſo genau kennt, Er ſollte doch wiſſen, daß man zu dem König nicht anders ſpricht, als wenn dieſer gefragt hat? Aber freilich, Er denkt auch, daß der König nichts davon verſteht, denn der König iſt ein altmodiſcher Mann, der nicht einmal weiß, wie ein wahrer Cavalier leben und ſich darſtellen muß. Nun, Pöllnitz, da ſiehſt Du einen Cavalier, nach Deiner Zeichnung, ein wahres Muſterbild eines Cavaliers! Oh, Du glaubteſt vielleicht, ich merke nicht, was für ein Geſicht hinter Deinem Bilde ſteckte, Du meinteſt, ich hätte den Cavalier nicht erkannt, den Du mir mit ſo hinreißenden Farben ſchilderteſt, um mir zu beweiſen, daß er, wenn er nicht Schulden machen ſolle, viermalhunderttauſend Thaler jährlich beſitzen müſſe. Geduld, Geduld! Noch ſind meine Augen offen und ich ſehe! Wehe, wehe aber Euch Allen, wenn ich ſehe, daß Ihr dem König zu trotzen wagt, um dem Kronprinzen gefällig zu ſein! Ich werde Euch beweiſen, daß ich noch lebe und daß ich allein der Herr bin. Damit ſchließe ich das Tabackscollegium und Ihr könnt Euch Alle zum Teufel ſcheeren!
Da ich den Weg zu demſelben nicht kenne, ſo erlauben mir wohl Ew. Majeſtät, daß ich ſtatt deſſen nach Rheinsberg gehe, und mich hiermit ſogleich beurlaube, ſagte der Kronprinz, indem er ſich ehrfurchtsvoll vor dem Könige verneigte. Friedrich Wilhelm würdigte ihn keines Blickes, er wandte das Haupt ab und ſagte nichts als das eine Wort: gehel!
Der Kronprinz verneigte ſich abermals mit derſelben Ehrfurcht und Förmlichkeit, dann wandte er ſich zu den Cavalieren und ihnen leicht mit dem Kopfe zunickend, ſagte er: guten Abend, meine Herren! Ich bedaure aufrichtig, den Unwillen des Königs gegen Sie erregt zu haben. Doch iſt dieſer Unwille gegen Sie vollkommen gerecht, denn gegen ein vom König gegebenes Geſetz darf man niemals ſün⸗ digen, ſelbſt nicht, wie Sie es thaten, aus Gutmüthigkeit und groß⸗ müthiger Geſinnung!
Und der Kronprinz, welcher mit dieſen Worten ſich ſelber ganz aus dem Bereich des königlichen Zorns geſtellt und zu gleicher Zeit


