Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Das war die unerwartete Erſcheinung, welche plötzlich die Herren vom Tabackscollegium erſchreckt und von ihren Sitzen emporgeſchnellt hatte, und vor deren leuchtenden, die Dampfwolken durchblitzenden Augen ſich die Blicke der Cavaliere ſcheu und unterwürfig zu Boden ſenkten.

Der König ſaß noch ſprachlos und erſtaunt auf ſeinem Seſſel als der junge Mann ſchon dicht hinter ihm ſtand.

Ich erlaube mir Ew. Majeſtät einen guten Abend zu wünſchen, ſagte er mit ſeiner vollen, klangreichen Stimme.

Der König zuckte zuſammen, und eine glühende Röthe flog über ſein Antlitz hin. Fritz! murmelte er leiſe. Fritz! wiederholte er lauter, und ſchon hörte man es in ſeiner Stimme wie das Grollen eines fernen, raſch heranziehenden Ungewitters.

Ich komme von Ruppin, wo ich mein Regiment beſichtigt habe! ſagte der Kronprinz ruhig und freundlich und gleichſam eine Bitte um Entſchuldigung und Vergebung ſeines unerwarteten Kommens ausſprechend.

Der König achtete nicht darauf. Sein Mißtrauen loderte ſchon in hellen Zornesflammen empor, er dachte daran, daß die Königin ihn krank und leidend und an ſein Zimmer gefeſſelt wähnte, er zwei⸗ felte nicht einen Augenblick, daß ſie den Kronprinzen veranlaßt zu kommen, und daß dieſer da ſei, um zu ſehen, ob das Leben des Königs in Gefahr und ob nicht vielleicht bald der Thron von Preußen leer ſei, um ſeinen Nachfolger zu empfangen.

Dieſe finſteren Vermuthungen waren es, welche den ſchnellen Zorn des Königs erregten und ſein Herz mit bitterem Mißmuth er⸗ füllten.

Mit einer heftigen Bewegung ſchob er die dargereichte Hand des Kronprinzen zurück und erhob ſich von ſeinem Sitze. Sein zorn⸗ blitzendes Auge überflog den ganzen Kreis ſeiner Geſellſchafter, welche noch immer in ehrfurchtsvollem Schweigen den Tiſch umſtanden.

Weshalb ſeid Ihr von Euren Stühlen aufgeſtanden? ſchrie der König mit zitternder Stimme. Wie dürft Ihr es wagen, meinen Befehlen zuwider zu handeln und Euch alſo aufzulehnen gegen mein

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