Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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und die Wagen ſich nicht von ſelber lenken können, ſo werde ich einer hinlänglichen Anzahl von Stallbedienten, Reitknechten und Jockeys bedürfen.

Das Alles iſt wahr, ſagte der König, indem er die Rubrik Pferde und Equipagen unter die„Küche und Weinkeller“ ſchrieb, das Alles iſt wahr, nur finde ich, daß Du viel an Deine Freunde und gar nicht ein wenig an Dich ſelber denkſt. Alles iſt bei Dir nur auf Deine Güſte berechnet.

Majeſtät, die Gaſtfreundſchaft iſt auch eine der edelſt n Tugenden jedes Cavaliers, man kann darin niemals zu viel, ſehr leich t aber zu wenig thun.

Der König runzelte die Stirn und ſah finſter vor ſich hin, während die übrigen Herren mit wachſendem Erſtaunen auf den Kammerherrn blickten, der ſo kühn war, dem König auf dieſe mittel⸗ bare Weiſe alle ſeine Fehler und Schwächen vorzuhalten.

Pöllnitz allein blieb ganz unbefangen und heiter. Jetzt, da ich mich hinlänglich mit meinen Freunden beſchäftigt und für ſie geſorgt

habe, ſagte er, jetzt wird es wohl Zeit ſein, auch ein wenig an mich

zu denken. Ich bitte alſo Ew. Majeſtät, ſelber feſtzuſetzen, wie viel ich jährlich zu meiner Garderobe bedarf, wie viel Trinkgelder und Almoſen, wie viel endlich für das Spiel und zu Geſchenken für meine Geliebte.

Ach, Du nennſt Deine Gemahlin Deine Geliebte? Es ſcheint alſo, daß Du ein ſehr zärtlicher Ehemann ſein wirſt, obwohl Du zweier Treppen und zweier Auffahrten bedarfſt.

Majeſtät, es würde ſich für einen Cavalier wenig ſchicken, Ge⸗ mahlin und Geliebte in Einer Perſon zu beſitzen. Man hat ſeine Gemahlin, um zu repräſentiren, ſeine Geliebte, um ſich zu amüſiren, man giebt ſeiner Gemahlin Namen und Rang, ſeiner Geliebten Herz und Liebe. Ein wahrer Cavalier liebt ſeine Gemahlin nicht, aber er verlangt von aller Welt, daß man ſie hochſchätze als die Dame, welche ſeinen Namen trägt.

Pöllnitz! Pöllnitz! ſagte der König, ſeine Hand drohend gegen

ihn erhebend. Nimm Deinen Cavalier wohl in Acht, daß ich ihm

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