IV. Spaniſche Luftſchlöſſer. Ich fange an, ſagte Pöllnitz. Zuerſt bedarf ich natürlich eines 3
Hauſes und zwar eines anſtändigen, in welches ich meine Gäſte auf⸗ 1 nehmen, meine Sammlungen aufſtellen, meine Freunde bewirthen, 1 ohne von irgend einem Geräuſch geſtört zu werden, meinen Studien obliegen kann, in welchem meine Gemahlin ihre eigenen Empfang⸗ 3 6. Zimmer und Salons hat, denn da ich zuweilen rauchen und einige andere rauchende Freunde bei mir haben werde, ſo müſſen die Em⸗ pfang⸗Zimmer meiner Gemahlin abgeſondert von den meinigen liegen. Nun, Deine Gemahlin wird es Dir wohl geſtatten, in ihrem Salon zu rauchen, rief der König lachend. Und wenn ſie es mir erlaubte, Majeſtät, ſo würde ich es nicht annehmen, denn es ziemt ſich nicht für einen Cavalier im Zimmer einer Dame zu rauchen. Der König erröthete ein wenig und ſetzte den Krug an die . Lippen, um ſeine Verlegenheit zu verbergen, denn er dachte daran, wie oft er, nicht achtend der Seufzer der Königin, in ihren Gemächern geraucht habe. 3 Pöllnitz fuhr ruhig fort: Ich muß alſo verſchiedene Salons und Empfang⸗Zimmer haben. Da es aber ferner ſehr häufig vor⸗ kommen wird, daß meine Gemahlin und ich mit einander uneins ſind, und uns demgemäß nicht zu begegnen wünſchen, ſo müſſen in meinem Hauſe zwei ganz von einander getrennte Treppen ſein, wie auch zwei
Auffahrten, damit meine Gemahlin und ich niemals in die Gefahr kommen, uns zu begegnen, wenn wir es nicht wollen. 5*
Ach, Du wirſt alſo in einer ſchlechten Ehe mit Deiner Gemahlin leben, und ihr werdet zuweilen mit einander zanken?
Nicht doch Majeſtät, wir werden uns niemals zanken, denn es wuüre für einen Cavalier höchſt unziemlich zu zanken und mit ſeiner Gemahlin eine Scene zu haben.—


