Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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die mich nicht eher verließen, als bis der letzte Thaler meines Ver⸗ mögens verausgabt war und ich ausziehen mußte, mein Glück auf's Neue zu gründen.

So alſo haſt Du in vier Jahren zwei Mal hunderttauſend Thaler verausgabt? fragte der König.

Ja, Majeſtät, und ich verſichere Ihnen, daß ich dabei nur äußerſt ſparſam und in gewiſſem Betracht dürftig leben konnte.

Friedrich Wilhelm ſah ihn mit erſtaunten, faſt bewundernden Blicken an. Es lag etwas in dem Weſen des Kammerherrn, welches dem König imponirte. Die großartige Verſchwendungsſucht des Barons, welche ſo ſehr zu der Sparſamkeit des Königs contraſtirte, übte gernde durch dieſen Contraſt einen ſo großen Einfluß auf den König aus, und ließ ihn dieſen leichtfertigen, gewandten, ſtets heitern, ſtets witzigen Höfling anſtaunen und bewundern.

Alſo fünfzigtauſend Thaler Rente genügen nicht, um anſtändig

leben zu können? fragte der König.

Majeſtät, wenn man nur einigermaßen den Anforderungen, welche man an einen Sdelmann machen kann, genügen joll, kann man dabei verhungern.

Ach, erkläre uns das! Sage uns eimmal, wie viel Du alſo bedarfſt, um eines Edelmannes würdig zu leben?

Pöllnitz ſchwieg einen Augenblick und ſtarrte nachdenkend vor ſich hin, während er große Rauchwolken durch ſeine Naſe blies, die

ſich in wirbelnden Strömen um ſeine Stirne kräuſelten.

Majeſtät, um einigermaßen anſtändig zu leben, würde ich jährlich vier Mal hunderttauſend Thalar hedürfen, ſagte er dann nach einer Pauſe.

Das iſt nicht wahr, das iſt nicht möglich! rie der König.

Das iſt ſo ſehr möglich, mein Amnig⸗ daß ich kaum weiß, ob ich damit auskommen werde.

Glaubt Ihr das, meine Herren?— der König.

Ich meinestheils habe nicht den vierten Theil dieſer Einnahme,

ſagte der Herzog von Holſtein lächelnd.

Ich nicht den zehnten Theil! rief der Graf von der Goltz.

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